+++Coronavirus-Update+++ - Corona: Virus bereits im Januar in der Schweiz - Grippeimpfung von Kindern könnte laut BAG Corona-Ausbreitung eindämmen - Leiter Schweizer Covid-Task-Force: «Keine Alternative zur jetzigen Strategie»

Erfahren Sie hier alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Krise, zusammengetragen von der Redaktion von cash.ch.
20.09.2020 19:00
Am Bahnhof Winterthur werden Pendler auf die Maskenpflicht hingewiesen.
Am Bahnhof Winterthur werden Pendler auf die Maskenpflicht hingewiesen.
Bild: cash/mfo

Zum Coronavirus-Update vom Montag, den 21. September, geht es hier.

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19:00

Die Anzahl der Corona-Tests in den USA erreicht einen neuen Rekord. Am Samstag wurden dort laut Daten des Covid-Tracking-Projekts an einem Tag mehr als eine Millionen Tests durchgeführt. In der Woche zum 13. September waren es durchschnittlich nur 650.000 Tests pro Tag nach einem Höchstwert Ende Juli mit über 800.000 Tests pro Tag. Laut Experten müssten die USA jedoch auf sechs bis zehn Millioen Tests pro Tag kommen, um die Seuche unter Kontrolle zu bringen.

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17:10

Laut einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters haben sich weltweit inzwischen mehr als 30,78 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert und fast eine Million sind gestorben. Die USA bleiben mit rund 6,8 Millionen bestätigten Fällen und fast 200.000 Toten das am stärksten betroffene Land gefolgt von Indien und Brasilien.

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14:20

Das mexikanische Gesundheitsministerium meldet 5167 neue Coronavirus-Fälle. Insgesamt beträgt die Zahl damit 694.121 steigen lässt. Der stellvertretende Gesundheitsminister Hugo Lopez-Gatell hält die tatsächliche Zahl der Corona-Infektionen in seinem Land aber für wesentlich höher.

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12:25

Die Schweiz kam offenbar bereits im Januar in Kontakt mit dem Coronavirus. Eine teilweise infizierte Touristengruppe aus Wuhan reiste damals durch das Land.

Rund einen Monat, bevor im Tessin am 25. Februar der erste Schweizer Covid-19-Fall offiziell bekannt wurde, reiste eine Reisegruppe aus dem chinesischen Wuhan durch die Zentralschweiz, deren Mitglieder sich mit dem Virus angesteckt hatten. Fünf Reisende wurden zurück in der Heimat positiv auf Corona getestet, wie die "SonntagsZeitung" schreibt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) informierte das Bundesamt für Gesundheit (BAG), das sich wiederum an die kantonalen Gesundheitsämter in Luzern, Zug und Bern wandte.

Doch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) informiert damals den Bundesrat nicht. Der Gesundheitsminister erhalte nur "relevante Informationen", rechtfertigt sich das Amt gegenüber der "SonntagsZeitung". 

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11:05

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock mahnt die Bevölkerung angesichts stark steigender Infektionszahlen zur Einhaltung der Corona-Schutzmassnahmen. "Die Nation steht vor einem Wendepunkt und wir haben die Wahl", sagte er dem Sender Sky News am Sonntag. "Die Wahl besteht darin, dass sich entweder alle an die Regeln halten ... oder wir müssen weitere Massnahmen ergreifen". Am Samstag hatten die Behörden mit 4422 Neuinfektionen die grösste Zunahme seit dem 8. Mai verzeichnet.

Hancock hält einen zweiten landesweiten Lockdown als Reaktion auf die stark steigenden Corona-Infektionszahlen für möglich. "Ich schliesse es nicht aus", sagte er der BBC. "Wenn sich alle an die Regeln halten, dann können wir weitere nationale Lockdowns vermeiden, aber wir müssen natürlich bereit sein, Massnahmen zu ergreifen, wenn es notwendig ist." Er wolle aber keinen zweiten Lockdwon.

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10:30

Russland verzeichnet den zweiten Tag in Folge wieder mehr als 6000 Corona-Neuinfektionen. Die Behörden melden einen Anstieg der nachgewiesenen Ansteckungen binnen 24 Stunden um 6148 auf mehr als 1,1 Millionen. Am Samstag wurden erstmals seit zwei Monaten wieder mehr 6000 Fälle verzeichnet. 79 weitere Menschen starben den Angaben zufolge an oder mit dem Virus. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich damit auf 19.418. Russland weist nach den USA, Indien und Brasilien die meisten Infektionen weltweit auf.

09:40

Die Impfung von Kindern gegen die saisonale Grippe könnte die Ausbreitung von Covid-19 in der Schweiz verlangsamen. Dies schreibt die Westschweizer Zeitung "Le Matin Dimanche" unter Berufung auf Angaben des Bundesamtes für Gesundheit BAG. Es sei von Interesse, alle Kinder zu impfen, um Menschen zu schützen, bei denen das Risiko von Komplikationen im Falle einer Influenza besteht, hiess es diesbezüglich.

Es sei zudem eine historische Erfahrung in Japan gewesen, wo Kinder jahrelang routinemässig geimpft worden waren. Als die Behörden aber aus Geldmangel und aus Unsicherheit über die Wirksamkeit der Vorgehensweise die Kinderimpfungen zurückgefahren hatten, entdeckten die Japaner, dass die Zahl der Influenza-Komplikationen bei älteren Menschen sprunghaft stieg.

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08:15

Der Leiter der Covid-Task-Force des Bundes, Martin Ackermann, hält weiterhin an der eingeschlagenen Strategie zur Bekämpfung des Coronavirus fest. "Zu dieser Strategie gibt es zurzeit - das ist meine Sicht - keine Alternative", sagte er der "NZZ am Sonntag".

Deshalb sei sie einfacher und billiger und weniger einschneidend als die flächendeckenden Massnahmen, die bei hohen Fallzahlen nötig wären. "Lassen Sie mich dafür ein Bild brauchen: Zurzeit gehen wir mit dem Skalpell gegen Corona vor. Im letzten Frühling brauchten wir dafür eine Axt", sagte Ackermann in dem Interview.

Wichtig sei, dass das Contact Tracing auch bei steigenden Infektionszahlen aufrechterhalten werden könne. Konkret heisse das, dass die Kantone jederzeit genügend Personal, auch genügend Personal in Reserve, haben müssten, betonte Ackermann. "Sonst bricht das System zusammen."

Auch die Testkapazitäten dürften nicht an den Anschlag kommen. Es brauche jederzeit genügend Reserven. Denn "die Strategie der Schweiz beruht darauf, dass möglichst viele Personen getestet werden".

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06:30

In Deutschland steigt die Zahl der bekannten Infektionen um 1345 auf 271.415, wie aus Daten auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle legt demnach um zwei auf 9386 zu.

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05:00

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am vergangenen Freitag 488 Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages gemeldet worden. Zudem wurden drei neue Todesfälle sowie 15 weitere Spital-Einweisungen bekannt.

Am Donnerstag hatte das BAG noch 530 Fälle registriert. Am Mittwoch waren es 514 Fälle, am Dienstag 315, am Montag 257 und am Sonntag 475 Fälle gewesen.

Am Wochenende verzichtet das BAG neu auf die Meldung von Neu-Ansteckungen. Es publiziert die neuen Coronavirus-Ansteckungen künftig nur noch an den Wochentagen. Die Zahlen von Samstag und Sonntag werden neu jeweils am Montag vermeldet. Das gab das BAG am Donnerstag bekannt.

#CoronaInfoCH #Coronavirus #COVID19
18.09 Aktueller Stand sind 49'283 laborbestätigte Fälle, 488 mehr als am Vortag. Gemeldete Tests: 13'993 in den letzten 24 Stunden. Die nächsten Zahlen vermelden wir am Montag.https://t.co/RTWF8jbM2p pic.twitter.com/GuUq66Yq6i

— BAG – OFSP – UFSP (@BAG_OFSP_UFSP) September 18, 2020

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie 49'283 laborbestätigte Fälle, wie das BAG am Freitag mitteilte. Im Vergleich zum Vortag kam es zu 15 weiteren Spital-Einweisungen. Damit mussten seit Anfang der Pandemie 4742 Personen wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg um drei auf 1765.

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden bisher 1'251'614 Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, durchgeführt. Innerhalb eines Tages wurden dem BAG 13'993 neue Tests gemeldet. Bei 4,6 Prozent aller Tests fiel das Resultat über die vergangenen Monate gesehen positiv aus. Für die letzten sieben Tage betrug die Positivitätsrate 4,0 Prozent.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung steckten am Freitag nach Angaben des BAG 2048 Personen in Isolation und 5598 Menschen standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 7571 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

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02:00

Die italienische Regierung hat grünes Licht für bis zu 1000 Zuschauer in den Fussballspielen der Serie A gegeben. Das gab Sportminister Vincenzo Spadafora bekannt. Die Genehmigung gelte ab Sonntag. Wegen der Coronavirus-Pandemie hatte es keine Zuschauer mehr bei den Spielen seit März gegeben.

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00:30

Deutschland hat einem Medienbericht zufolge wegen der Corona-Pandemie für die beginnende Grippesaison weit mehr Impfstoffdosen gekauft als bisher bekannt. Nach einem Vorabbericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" beläuft sich die "nationale Reserve", die das Bundesgesundheitsministerium zusätzlich zu der regulär von Ärzten und Apothekern bestellten Impfstoffmenge anlegt, auf sechs Millionen Dosen.

Bisher war diese Reserve auf 4,6 Millionen Dosen veranschlagt worden. Die ersten Chargen seien schon ausgeliefert, das Gros solle ab November folgen. Insgesamt sollen demnach rund 26 Millionen Dosen Grippeimpfstoff zur Verfügung stehen, rund sechs Millionen mehr als im Vorjahr.

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22:15

Frankreich verzeichnet erneut einen neuen Rekord bei den Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden kamen 13.498 Corona-Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die Zahl der Toten erhöhte sich um 26 auf 31.274.

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21:15

Das Paul-Ehrlich-Institut - das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel - rechnet weiterhin mit einer Zulassung von Corona-Impfstoffen für Ende 2020 oder Anfang 2021. Derzeit befänden sich neun Impfstoff-Kandidaten in der abschliessenden klinischen Phase III, sagte Instituts-Chef Klaus Cichutek den Sendern RTL und ntv. Zwar sei der Zeitpunkt Spekulation, "aber rechnen wir mal Ende diesen Jahres, mit Beginn des nächsten Jahres mit den ersten Zulassungen." Diese Einschätzung vertritt das Paul-Ehrlich-Institut unverändert seit längerer Zeit.

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20:50

In den USA sind binnen 24 Stunden 49.575 Neuinfektionen registriert worden. Insgesamt hätten sich damit 6,706 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilt. Die Zahl der Todesopfer sei um 983 auf 198.099 gestiegen. Die Zahlen der US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) spiegeln nicht unbedingt die Daten wider, die die einzelnen Bundesstaaten melden.

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(cash/Reuters/AWP/SDA/Bloomberg)