+++Coronavirus-Update+++ - Coronavirus: Britische Wissenschaftler erzielen mit Entzündungshemmer «Durchbruch» bei Behandlung - Schweiz meldet am Dienstag 15 neue Infektionen

Erfahren Sie hier alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Krise, zusammengetragen von der Redaktion von cash.ch.
16.06.2020 18:38
Computer-Illustration des Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus (MERS-CoV).
Computer-Illustration des Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus (MERS-CoV).
Bild: imago images / Science Photo Library

Zum Coronavirus-Ticker vom Mittwoch, den 17. Juni, geht es hier.

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18:30

Die Corona-Pandemie breitet sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO auf dem amerikanischen Kontinent immer schneller aus. Inzwischen gebe es dort mehr als 3,8 Millionen Fälle, fast 204'000 Menschen seien gestorben, "und wir sehen keine Verlangsamung der Übertragungen", sagt die zuständige WHO-Regionaldirektorin Carissa Etienne. Knapp ein Viertel der Infektions- und Todesfälle seien in Brasilien erfasst worden.

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18:15

Ungeachtet der gloablen wirtschaftlichen Unsicherheiten setzt sich die Aufholrallye an den Börsen auch am Dienstag fort. Der Swiss Market Index gewinnt 2 Prozent, der Dow Jones in den USA ist 1,8 Prozent höher als am Vortag. Die Aufholrally an den Aktienmärkten dauert nun schon seit Ende März. 

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17:15

Der Internationale Währungsfonds befürchtet einen noch stärkeren Einbruch der Weltwirtschaft wegen der Corona-Krise als bislang angenommen. Die Rezessionsprognose für dieses Jahr werde wahrscheinlich noch verschärft, teilte IWF-Chefvolkswirtin Gita Gopinath am Dienstag mit. Es gebe eine "tiefgreifende Unsicherheit" über den Pfad der Erholung. Diese Wirtschaftskrise sei globaler und auch sonst anders als frühere Krisen, da der Dienstleistungssektor sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern stärker betroffen sei als die Industrie. Zwar könne eine aufgestaute Konsumnachfrage zu einer schnelleren Erholung führen als nach früheren Krisen. Das sei aber nicht sicher. Im April hatte der IWF für die globale Wirtschaft ein Minus von drei Prozent im Jahr 2020 vorhergesagt. Er war damit optimistischer als etwa die Weltbank, die von minus 5,2 Prozent ausgeht. Die neue Prognose will der IWF am 24. Juni vorlegen.

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17:00

Britische Wissenschaftler haben nach eigener Einschätzung einen Durchbruch bei der Behandlung von Covid-19-Patienten erzielt. In einer Studie mit rund 2100 Patienten wurden mit dem günstigen entzündungshemmenden Glucocorticoid Dexamethason positive Ergebnisse erzielt. Dexamethason sei das einzige Medikament, mit dem bislang gezeigt wurde, dass es die Sterblichkeit senke - "und es verringert sie erheblich", erklärte der Epidemiologe Peter Horby von der Universität Oxford, der zu den Leitern der Studie gehört. "Das ist ein grosser Durchbruch". Bei schwerkranken Patienten, denen niedrige Dosen Dexamethason verabreicht wurden, habe sich die Todesrate um rund ein Drittel verringert. Die Ergebnisse legten nahe, dass das Mittel bei schwerkranken Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden, unverzüglich als Standardtherapie eingesetzt werden solle.

Dexamethason ist weit verbreitetes synthetisches Glucocorticoid (Nebennierenrindenhormon), das bei einer Reihe von Krankheiten zur Hemmung von Entzündungen eingesetzt wird. "Das Ergebnis zeigt, dass Dexamethason bei Covid-19-Patienten, die beatmet werden oder Sauerstoff erhalten, Leben rettet und das zu bemerkenswert niedrigen Kosten", sagte der Wissenschaftler Martin Landray von der Universität Oxford. "Es wird für jedes Medikament sehr schwierig sein, das wirklich zu ersetzen, da man für weniger als 50 Pfund (rund 55,60 Euro) acht Patienten behandeln und ein Leben retten kann", sagte er in einem Online-Briefing zu Journalisten. 

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock erklärte, Grossbritannien habe sich nach ersten Anzeichen des Potenzials von Dexamethason seit März mit dem Mittel bevorratet. Man arbeite mit dem staatlichen Gesundheitsdienstes NHS zusammen, damit Dexamethason ab sofort zu den Standardbehandlungen des NHS für Covid-19 gehört.

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14:45

Bei dem von einem Pekinger Grossmarkt ausgehenden Coronavirus-Ausbruch ist die Zahl der Infizierten in der chinesischen Hauptstadt weiter gestiegen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Dienstag mitteilte, wurden in der Stadt 27 neue Infektionen nachgewiesen.

Nachdem China über viele Wochen kaum noch neue Erkrankungen gemeldet hatte, kam es vergangene Woche auf dem Grossmarkt Xinfadi in der chinesischen Hauptstadt zu einem neuen Ausbruch, was Ängste vor einer neuen Virus-Welle schürte. Seit vergangenem Donnerstag meldete Peking bereits über 100 neue Infektionen.

Wie der chinesische Staatssender CCTV berichtete, verhängten bis Dienstag 29 Nachbarschaften in der Stadt strenge Ein- und Ausgangskontrollen. Einige Wohngebiete wurden komplett abgeschottet. Verschärft wurden auch die Kontrollen für Reisende, die die Stadt verlassen wollen.

Peking befinde sich in einer "kritischen Situation", sagte Cai Qi, Parteichef der chinesischen Hauptstadt, laut Staatssender CCTV am Montag. Prävention und Bekämpfung hätten nun oberste Priorität für die Stadt.

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12:25

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 15 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Insgesamt gab es bisher 31'146 laborbestätigte Covid-19-Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstagmittag mitteilte. Am Montag waren 14 Fälle gemeldet worden, am Sonntag waren es 23 und am Samstag 31 Fälle gewesen. 

Am Dienstag wurde auch ein neuer Todesfall gemeldet. Bisher starben in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein gemäss BAG 1678 Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren. Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, belaufen sich bisher insgesamt auf 465'722. Bei acht Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus.

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12:20

Aussenminister Ignazio Cassis hat unweit der schweizerisch-italienischen Grenze den italienischen Aussenminister Luigi Di Maio getroffen. Der Besuch sei Teil einer "Tour de frontieres". Am Vormittag hatten Di Maio und Cassis den Grenzübergang Chiasso-Brogedo besucht. Danach trafen sich die beiden zu einem Vieraugengespräch. Wegen der Corona-Pandemie begrüssten sich die beiden mit Maske und am Ellbogen. Gemäss Eidgenössischem Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) solle der Besuch die Entspannung nach der Coronakrise zu unterstreichen.

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12:15

Der Start eines Testprojekts mit deutschen Touristen eine knappe Woche vor der offiziellen Wiederöffnung der spanischen Grenzen löst auf Mallorca nicht nur Freude aus. Viele Mallorquiner hätten grosse Angst davor, dass es auf der Insel wegen der Besucher zu einem Wiederaufflammen der Coronavirus-Krise komme, sagte Biel Barceló, der Präsident der Bürgerinitiative "Ciutat de s'Arenal".

"Ich spreche hier mit vielen darüber. Einige brauchen Einnahmen und freuen sich, dass der Tourismus nach drei Monaten wieder langsam in Gang kommt, klar. Aber die Sorge ist weit verbreitet", sagt er. "Die Neuansteckungsraten sind in Deutschland aktuell höher als bei uns auf den Balearen." Den angekündigten Kontrollmassnahmen vertraue man ausserdem nicht unbedingt. "Angeblich will man die Touristen jeden Tag anrufen und fragen, ob sie Symptome haben, ich weiss nicht..." Und nicht zuletzt seien bekanntlich die meisten Besucher aus Deutschland sehr party- und trinkfreudig, ein vorsichtiges Verhalten könne man eher nicht erwarten, meinte Barceló ebenso ironisch wie hörbar beunruhigt.

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12:15

Spanien erwägt eine Quarantäne für Reisende aus Grossbritannien, weil es dort eine solche Regelung gibt. Dies sei eine Reaktion auf die britischen Isolationsvorschriften für Reisende aus dem Ausland, sagt Aussenministerin Arancha Gonzalez Laya der BBC. Die Regierung wolle im Dialog mit Großbritannien klären, ob diese Maßnahme auf Basis der Gegenseitigkeit eingeführt werde, weil Grossbritannien nach den Grenzöffnungen an strengeren Einreiseregeln festhalte als die anderen Länder in Europa.

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11:45

Ökonomen der ETH Zürich fordern vom Bund Investitionsspritzen via Covid-19-Kredite. Die Covid-19-Kredite sollen für zusätzliche Zwecke genutzt werden können. Der Bund habe mit seinem Covid-19-Kreditprogramm zwar schnell und effektiv auf den Wirtschaftseinbruch reagiert, lobten die ETH-Forscher Hans Gersbach, Heiner Mikosch und Jan-Egbert Sturm in einer Mitteilung vom Dienstag die Regierung.

Insbesondere habe es dazu beigetragen, dass eine Konkurswelle bisher ausgeblieben sei. Doch das Programm habe einen Mangel. Denn die Kredite dürfen nur zur Deckung der laufenden Betriebskosten verwendet werden und nicht für Investitionen, so die Mitteilung weiter. Doch nun zeichne sich in der Schweiz eine Investitionsschwäche ab.

Mehr dazu hier: ETH-Ökonomen fordern Investitionsspritze via Covid-19-Kredite

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10:15

In Deutschland steht seit heute die offizielle Corona-Warn-App des Bundes zum Download bereit. Im App-Store von Google konnte sie bereits um kurz nach 2.00 Uhr heruntergeladen werden. Die App soll die Kontaktverfolgung von Infizierten ermöglichen und dadurch die Infektionsketten verkürzen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will sich nicht darauf festlegen, ab wieviel Nutzern die neue Corona-App als Erfolg gewertet werden könnte. Er halte nichts davon, irgendwelche absoluten Zahlen anzugeben, sagte der CDU-Politiker am Dienstagmorgen im ZDF. "Jeder, der die App runterlädt, jeder, der Freunde, das Umfeld animiert, das auch zu tun, der macht schon einen Unterschied." Wenn vor allem die Menschen, die etwa im öffentlichen Nahverkehr viel unterwegs seien, die App nutzen würden, dann mache dies bereits "Qualitativ einen Unterschied" beim Bemühen, Infektionsketten zu unterbrechen.

Der Kampf gegen das Virus sein "ein Teamspiel", sagte der Minister. Jeder, der mitmache, sei ein Gewinn. "Ich bin froh, wenn heute und in den nächsten Tagen viele, viele hunderttausende, viele viele Millionen idealerweise sich diese App herunterladen."

Die Bundesregierung will die App am Dienstagvormittag vorstellen. Die Nutzung ist freiwillig.

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08:15

In Peking herrscht wieder Corona-Alarm. Auf dem grössten Frischmarkt der Stadt sind nach ansteckungsfreien zwei Monaten Dutzende neue Corona-Fälle bestätigt worden, wie schon mehrfach berichtet. Entdeckt wurde das neuartige Virus laut chinesischen Angaben auf Schneidbrettern, auf denen Arbeiter importierten Lachs zerlegten. Grosse chinesische Supermarktketten wie Wumart und Carrefour nahmen am Samstag sogar sämtliche Lachs-Produkte aus ihrem Sortiment. 

Nun kommen Zweifel auf, ob das stimmen kann. Es wäre es sehr überraschend, wenn sich Lachse überhaupt anstecken und das Virus an Menschen weitergeben können, schreibt Spiegel online, der sich auf wissenschaftliche Studien beruft. "Vielmehr scheint das Tier nur ein Sündenbock", so der Spiegel. Die Informationspolitik Chinas mache den Eindruck, als wollten die Behörden dem In- und Ausland signalisieren, alles unter Kontrolle zu haben. Der Ausbruchsherd scheine gefunden, die vermeintlichen Verantwortlichen wurden geschasst: Der Generaldirektor des Grossmarktes sowie zwei Lokalpolitiker mussten am Montag ihre Posten räumen.

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05:10

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet in Deutschland einen Anstieg der festgestellten Infektionen um 378 auf 186.839, gegenüber 192 am Vortag. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle steigt um neun auf 8800. Rund 173.100 Menschen sind in Deutschland nach offiziellen Angaben bereits genesen.

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04:05

China meldet binnen 24 Stunden 40 neue bestätigte Coronavirus-Fälle. Nach Angaben der nationalen Gesundheitskommission seien 27 der neuen Fälle in Peking aufgetreten, gegenüber 36 am Vortag. Die Stadt verzeichnet seit dem Wochenende einen neuen Virus-Ausbruch, der vermutlich mit einem lokalen Lebensmittelmarkt im Zusammenhang steht. Von den Neuinfektionen seien acht auf Einreisende zurückzuführen.

Die Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle auf dem chinesischen Festland steigt demnach auf 83.221, wobei die Zahl der Todesopfer unverändert bei 4634 liegt. Die Kommission bestätigt weitere sechs neue asymptomatische Fälle, gegenüber 18 am Vortag. Nach offiziellen Zählungen Chinas sind asymptomatischen Patienten - also Infizierte, die keine Symptome zeigen - nicht in der Statistik erfasst.

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02:55

Die US-Pharmaaufsicht FDA warnt vor der Einnahme des Malariamittels Hydroxychloroquin oder des verwandten Medikaments Chloroquin in Kombination mit dem experimentellen Covid-19-Mittel Remdesivir des Pharmaherstellers Gilead. Basierend auf Daten aus einer kürzlich durchgeführten nicht-klinischen Studie erklärte die FDA, dass die gleichzeitige Verabreichung die Wirksamkeit von Remdesivir vermindern könne.

Gileads Medikament hatte Anfang Mai in den USA eine Notfall-Genehmigung als Therapieform gegen Covid-19 erhalten. Die FDA hatte am Montag eine entsprechende Genehmigung für Hydroxychloroquin und Chloroquin zur Behandlung von Covid-19-Patienten zurückgezogen, da man nach jüngsten Studien nicht länger davon ausgehen könne, das das Mittel bei der Lungenerkrankung wirke.

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01:05

Die jüngste Hochrechnung des medizinischen Instituts IHME an der Universität in Washington geht davon aus, dass deutlich mehr Amerikaner an den Folgen des SARS-CoV-2-Virus sterben werden als bislang angenommen. Eine überarbeitete Simulation geht bis Anfang Oktober von mehr als 201.000 Todesfällen aus, rund 18 Prozent mehr als bei der vorherigen Prognose mit knapp 170.000.

Die Projektion müsse aufgrund der laufenden Wiedereröffnungsmassnahmen nach oben korrigiert werden, erklären die Forscher. Am stärksten betroffen sei Florida mit schätzungsweise 18.675 Todesfällen, 186 Prozent mehr als bei einer früheren Schätzung von 6559 am 10. Juni. 

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00:30

Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter rasant aus. Das Gesundheitsministerium meldet 20.647 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf 888.271. Die Zahl der Todesfälle legte binnen 24 Stunden um 627 auf 43.959 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.

(cash/Reuters/AWP/SDA/Bloomberg)