Das grösste Risiko, das für die Schweiz derzeit aus der weltweiten Krise um das Coronavirus entsteht, liegt nach Ansicht der UBS in der Eurozone. Eine Stimmungsverschlechterung in der europäischen Industrie könnte die Schweiz deutlich treffen, schreibt das Chief Investment Office der UBS-Vermögensverwaltung.

Die Ausbreitung des Coronavirus in Italien deute auf die Möglichkeit hin, dass auch in Europa – wie in China – die Behörden gezwungen sein könnten, Teile der Wirtschaft stark einzuschränken, um eine ungebremste Ausdehnung zu verhindern, schreibt Ökonom Alessandro Bee: "Eine Rezession in der Schweiz wäre dann durchaus möglich."

Produktionsstopps in Asien treffen laut der UBS die Schweiz deutlich weniger als Probleme in der europäischen Wirtschaft. Auch die Krise in Asien im Tourismus sieht die Grossbank ausserhalb der Luxusgüterbranche nicht als entscheidend an. Die Industriestimmung der Schweiz korreliere hingegen stark mit der europäischen, schreibt Bee. Nachdem in den letzten zwei Monaten die Einschätzungen zur Wirtschaftslage in Europa zaghaft besser wurden, könnte das Coronavirus den Pessimismus nun wieder zurückholen.

Allerdings ist nach Einschätzung der UBS die Schweizerische Nationalbank (SNB) auch in einem viel weniger drastischen Szenario gefordert. Die SNB werde einer Aufwertung des Frankens weiter mit Deviseninterventionen begegnen. Auch eine weitere Absenkung des Negativzinses hält die UBS weiter für realistisch.