CS-Aktie fällt auf Tagestiefst

Die Erträge brechen der Credit Suisse im ersten Quartal weg. Obschon sich die Horror-Szenarien einiger Analysten nicht bewahrheiten, gibt die Aktie einen Teil ihrer Kursgewinne wieder preis.
10.05.2016 14:38
Von Lorenz Burkhalter
Auf den ersten Blick fällt das Quartalsergebnis der Credit Suisse besser als befürchtet aus.
Auf den ersten Blick fällt das Quartalsergebnis der Credit Suisse besser als befürchtet aus.
Bild: Bloomberg

Der schwache Zahlenkranz der Erzrivalin UBS von letzter Woche hatte es bereits angekündigt: Der Credit Suisse (CS) brechen die Erträge weg. Im Jahresvergleich resultiert ein sattes Minus von mehr als 30 Prozent. Dabei werden selbst die pessimistischsten Analystenerwartungen verfehlt.

Allerdings tritt die kleinere der beiden Schweizer Grossbanken endlich auf die Kostenbremse und verhindert damit Schlimmeres. Dank raschen und umfassenden Fortschritten fällt der Quartalsverlust sogar etwas geringer als befürchtet aus.

An der Schweizer Börse SIX gewinnt die CS-Aktie zur Stunde noch 3,1 Prozent auf 13,84 Franken. Damit notiert sie deutlich unter den am Vormittag erklommenen Tageshöchstkursen bei 14,29 Franken.

Niedrige Ergebnisqualität wird angeprangert

Wie einem Kommentar aus dem Hause Zürcher Kantonalbank entnommen werden kann, überrascht das Quartalsergebnis nach der Gewinnwarnung von Ende März nicht mehr. Gegenüber den tiefen Erwartungen sei eine Verbesserung auszumachen, wobei vor allem das Corporate Center positiv überrascht habe.

Wohl gerade deshalb macht der Verfasser im Kommentar keinen Hehl daraus, dass das Gruppenergebnis daher eine niedrige Qualität aufweist. Insgesamt habe die CS dank der guten Kostenkontrolle den stärker als erwarteten Ertragsrückgang mehr als kompensieren können.

Da negative Überraschungen ausgeblieben sind, hält der Experte bei der mit "Marktgewichten" eingestuften Aktie eine neutrale bis leicht positive Kursreaktion für gerechtfertigt.

Stabile Eigenkapitaldecke kommt gut an

Den Vorwurf der niedrigen Ergebnisqualität will man bei der Deutschen Bank nicht gelten lassen. In diesem Zusammenhang wird auf den um 12 Prozent über den Konsensschätzungen liegenden Vorsteuergewinn im Private Banking sowie auf den starken Nettoneugeldzufluss in diesem Geschäftsbereich verwiesen. Nichts desto trotz wird die CS-Aktie nur mit "Hold" und einem Kursziel von 14,50 Franken eingeschätzt.

Für den Berufskollegen der Bank Vontobel ist die stabile Eigenkapitalentwicklung der eigentliche Lichtblick im ersten Quartal. Allen Widrigkeiten zum Trotz sei es der CS möglich gewesen, die Eigenkapitalquote (Tier 1) stabil zu halten. Erreicht habe sie dies mit einer Reduktion risikogewichteter Aktiven, so der Experte. Einzig am vorsichtigen Ausblick stösst man sich bei der Zürcher Bank. Die Aktie wird wie bis anhin mit "Hold" und einem Kursziel von 15,50 Franken eingestuft.

Auch der für die UBS Investmentbank Analyst begrüsst die erfolgreich verteidigte Eigenkapitaldecke. Er findet sowohl an den kostenseitigen Fortschritten, als auch an den reduzierten Risiken sichtlich Gefallen. Vom eher vorsichtigen Ausblick lässt sich der Experte hingegen nicht ins Bockshorn jagen. Er bekräftigt sowohl das "Neutral" lautende Anlageurteil als auch das 12-Monats-Kursziel von 12 Franken.