CS-Studie - Tiefe Zinsen bereiten Pensionskassen weiterhin Kopfzerbrechen

Das Tiefzinsumfeld bleibt die grösste Herausforderung für Pensionskassen. Das zeigt eine Studie der Credit zu den zentralen Herausforderungen für Pensionskassen.
02.05.2017 11:02
Ein Senior geniesst die Frühlingssonne an der Reuss in Luzern. Die gestiegene Lebenserwartung macht den Pensionskassen zu Schaffen.
Ein Senior geniesst die Frühlingssonne an der Reuss in Luzern. Die gestiegene Lebenserwartung macht den Pensionskassen zu Schaffen.
Bild: cash

Insgesamt wurden knapp 200 Schweizer Vorsorgeeinrichtungen befragt. Das anhaltende Tiefzinsumfeld wurde wie bereits in den Umfragen 2011 und 2014 als häufigste Herausforderung genannt. Aber auch der hohe Mindestumwandlungssatz sowie der demografische Wandel gehören zu den Hauptsorgen, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag.

Für 93% der befragten Pensionskassen stellt das Tiefzinsumfeld eines der wichtigsten Probleme dar, mehr als die Hälfte bezeichnen es sogar als ihre grösste Herausforderung. Mit jeweils knapp 60% wurden der Mindestumwandlungsatz sowie der demografische Wandel als Hauptsorgen genannt.

"Die steigende Lebenserwartung und der Renditedruck zwingen die Vorsorgeeinrichtungen dazu, sowohl auf der Leistungs- als auch auf der Anlageseite Massnahmen zu treffen", wird Beat Zeller, Leiter Pension Funds & Corporate Investors der Credit Suisse, zitiert.

Die in der Rentenreform "Altersvorsorge 2020" geplante Senkung des Mindestumwandlungssatzes von derzeit 6,8% auf 6,0% werde - wenig überraschend - von 94% der befragten Vorsorgeeinrichtungen befürwortet. Viele sähen aber über diese Massnahme hinausgehenden Handlungsbedarf.

Erträge ohne höheren Risiken kaum möglich

Nachdem im Jahr 2015 im Schnitt eine Rendite von gerade einmal 1,0% erzielt wurden, lag diese gemäss dem Pensionskassen-Index der CS 2016 bei durchschnittlich 3,9%. Die nötigen Erträge ohne die Inkaufnahme höherer Risiken zu erzielen werde aber zunehmend schwierig, heisst es weiter. So gaben 60% der Kassen an, ihre Anlagestrategie angepasst zu haben. Der Anteil von Obligationen sei zugunsten von Aktien, Immobilien und alternativen Anlagen reduziert worden.

Mit geschätzt 31% stellten Obligationen zwar auch 2016 die wichtigste Anleiheklasse dar, der Anteil lag aber so tief wie zuletzt im Jahr 2000. Dagegen sei der Anteil an Immobilien mit 19% oder alternativen Anlagen mit 9% auf Rekordwerte gestiegen. Auch Aktien lägen mit 30% so hoch wie zuletzt im Jahr 2000.

(AWP)