CS verdient etwas mehr als erwartet

Der Reingewinn der Credit Suisse im dritten Quartal liegt leicht über den Zahlen, welche Experten prognostiziert hatten. Der Vorsteuergewinn allerdings enttäuscht.
21.10.2015 06:43
Hauptsitz der Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich
Hauptsitz der Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich
Bild: cash

Der Reingewinn der Credit Suisse liegt im dritten Quartal 2015 bei 779 Millionen Franken. Analysten hatten im Schnitt mit etwa 470 Millionen Franken gerechnet. Im Vorquartal wie auch im dritten Quartal 2014 lag der Gewinn noch bei rund 1 Milliarde Franken.

Der konzernweite Vorsteuergewinn beträgt 861 Mio nach 1'301 Mio im Vorjahr. Und die Gesamterträge des Konzerns lagen mit 5,98 Mrd ebenfalls unter dem Vorjahr, als diese 6,54 Mrd erreichten. Bezüglich Vorsteuergewinn (Schätzung: 1'050 Mio) und Erträgen (6,37 Mrd) blieb die Bank aber hinter den Schätzungen zurück.

In der Sparte Investmentbanking verbuchte die CS einen Vorsteuerverlust von 125 Mio CHF, wie es im Quartalsbericht der Bank vom Mittwoch heisst. Dies nach einem Gewinn von je gut 900 Mio im Vorquartal sowie im dritten Quartal 2015. Von AWP befragte Analysten waren für die Investmentbank im Durchschnitt von einem Vorsteuergewinn von 336 Mio ausgegangen.

Im Private Banking & Wealth Management (PB&WM) schloss die CS mit einem Vorsteuergewinn von 647 Mio CHF ebenfalls relativ deutlich unter den Prognosen (881 Mio) ab. Im Vorjahr waren es gut 500 Mio und im Vorquartal gut 600 Mio. Die Bruttomarge sank per Ende Septemberauf auf 100 Basispunkte (BP) (Q2 102, Q3 2014 97).

Netto konnte in der gesamten Division ein Neugeldzufluss von 16,4 Mrd erzielt werden - nach 14,2 im zweiten Quartal 2015 und 7,4 Mrd im Vorjahr. Analysten hatten im Schnitt 5,7 Mrd erwartet. Die verwalteten Vermögen der Gruppe betrugen in Schweizer Franken Ende September 1'294 Mrd CHF nach 1'356 Mrd Ende Juni.

Bezüglich Kapitalisierung machte die Bank gemessen an der harten Kernkapitalquote (CET1 nach Basel III) keine weiteren Fortschritte. Im Gegenteil: Die Kennzahl sank im Vergleich zum Stand Ende des letzten Quartals auf 10,2% von 10,3%. Das in jüngster Zeit mehr zur Diskussion gestandene ungewichtete Leverage Ratio (CET 1, look-through) erreichte 2,8% nach 2,7% Ende Juni. Zum Ziel gesetzt hat sich die CS hier bis Ende 2015 ein Ratio von 3%. Bei letzterer Eigenmittelquote wird die Kapitalisierung nicht im Bezug zu den risikogewichteten Aktiven (RWA) betrachtet.

(AWP)