In einem Interview mit der französischen Finanzzeitung «Les Echos» dachte sie laut über diese Möglichkeit nach und die Option, sich 2027 in den französischen Präsidentschaftswahlkampf einzubringen. Auf die Frage, ob sie einen Kandidaten aktiv unterstützen könnte oder gar selbst Ambitionen auf das französische Präsidentenamt habe, blieb sie vage. Ökonomen sagten dazu in ersten Kommentaren:
JÖRG KRÄMER, CHEFVOLKSWIRT COMMERZBANK:
«Lagarde schliesst einen früheren Abgang nicht aus. Vermutlich will sie damit verhindern, dass die französische Rechte bei einem Wahlsieg bei der Präsidentschaftswahl einen Einfluss auf die Bestellung eines neuen EZB-Präsidenten hat. Das war auch schon der Grund, warum der französische Zentralbankchef Villeroy sein Amt vorzeitig niedergelegt hat.»
ALEXANDER KRÜGER, CHEFVOLKSWIRT ABN AMRO DEUTSCHLAND:
«Spekulationen über einen vorzeitigen Rücktritt Lagardes hat es zuletzt immer wieder gegeben. Eine unmittelbare Rücktrittsankündigung besteht weiterhin nicht. Ein vorzeitiges Amtsende wird dann wahrscheinlich, wenn die Inflationsrate sich dem Zwei-Prozent-Preisziel angenähert hat. Diese Mission dürfte aber erst im Frühjahr 2027 erfüllt sein. Die EZB wird ihre inflationsfokussierte Haltung unter ihrem Nachfolger beibehalten.»
(Reuters)

