Das sagen Experten zum Julius-Bär-Bericht

Der Zwischenbericht von Julius Bär für die ersten zehn Monate ist von Licht und Schatten geprägt. Entsprechend unterschiedlich fallen die Analystenkommentare aus. Die Aktie steht unter Druck.
15.11.2013 10:33
Von Lorenz Burkhalter
Ganz so golden wie dieses Bild vermuten lässt sind die Zeiten für Julius Bär nicht: Die Integration von Vermögenswerten drückt auf die Bruttomarge.
Ganz so golden wie dieses Bild vermuten lässt sind die Zeiten für Julius Bär nicht: Die Integration von Vermögenswerten drückt auf die Bruttomarge.
Bild: Bloomberg

Die guten Neuigkeiten zuerst: Julius Bär konnte die verwalteten Kundenvermögen in den vergangenen zehn Monaten stärker als erwartet steigern. Das alleine reicht allerdings nicht aus, um die Analysten versöhnlich zu stimmen.

Nicht zuletzt aufgrund unterschiedlicher Reaktionen aus der Analystengemeinde neigt die Aktie der Zürcher Privatbank an der Schweizer Börse SIX im frühen Handel zur Schwäche. Zur Stunde verliert sie noch 1,9 Prozent auf 41,70 Franken. Die Tagestiefstkurse liegen bei 41,21 Franken. Händler berichten seit der ersten Handelsstunde von Abgaben seitens institutioneller Grossinvestoren.

Integration von Vermögenswerten verwässert die Bruttomarge

Der für die Bank Vontobel tätige Analyst zeigt sich nicht sonderlich überrascht über den von Licht und Schatten geprägten Zwischenbericht. Der Bericht zeige ähnliche Tendenzen wie sie auch bei anderen Vermögensverwaltern zu beobachten seien. Der Abfluss nicht versteuerter Gelder drücke auf die Nettoneugeldentwicklung und die Bruttomarge leide unter den anhaltend geringen Kundenaktivitäten.

Mit der Integration des internationalen Wealth Managements von Merrill Lynch bleibe Julius Bär zwar auf Zielkurs. An den mit der Integration verbundenen Risiken und den Problemen mit der alten IT-Infrastuktur habe sich allerdings nichts geändert. Der Analyst stuft die Aktien deshalb weiterhin mit «Hold» und einem Kursziel von 38 Franken ein.

Rückläufige Gewinnschätzungen befürchtet

Sein Berufskollege von der UBS sieht das Problem für die rückläufige Bruttomarge hingegen auch bei der Integration der Vermögenswerte von Merrill Lynch. Der Analyst schätzt, dass die Bruttomarge in den Monaten Juli bis Oktober gerade mal 90 Basispunkte betragen habe.

Und obschon die Aussagen zur Nettoneugeldentwicklung etwas besser als befürchtet ausgefallen seien, sei auf Basis des vorliegenden Zwischenberichts mit rückläufigen Gewinnschätzungen für das laufende Geschäftsjahr zu rechnen. Bei der UBS werden die Aktien von Julius Bär mit «Neutral» und einem 12-Monats-Kursziel von 45 Franken eingestuft.

Der für die Zürcher Kantonalbank tätige Analyst schreibt in einem Kommentar von einem überraschend starken Margenrückgang. Er gehe von einer negativen Kursreaktion aus, zumal die Bewertung auf dem gegenwärtigen Aktienkursniveau hoch und eine erfolgreiche Integration damit eingepreist sei. Die Aktien von Julius Bär stuft der Analyst wie bis anhin neutral ein.