Auch im Rennen um den Senat verbuchten sie in der Nacht zu Mittwoch wichtige Erfolge: Sie nahmen den ‌Republikanern Prognosen zufolge mehrere Mandate in bisherigen Hochburgen der Partei von ‌Präsident Donald Trump ab, darunter Texas. Ob es jedoch ​auch im Senat für eine Mehrheit reicht, war zunächst noch nicht klar, da aus vielen Bundesstaaten noch keine Ergebnisse vorlagen. Laut Decision Desk ‌HQ ‌sind die Demokraten aber auf ​Kurs, die Mehrheit im Senat zu erobern. ‌Das teilte der Wahldatenanbieter in der ​Nacht zu ​Mittwoch ​mit.

Mit den Erfolgen der Demokraten bei der Wahl zum Repräsentantenhaus war vor der Wahl allgemein gerechnet worden. Im Senat wurde dagegen ein deutlich knapperes Rennen erwartet. Doch auch mit der Mehrheit in nur ‌einer der beiden Parlamentskammern können die Demokraten Trump das Regieren in den verbleibenden zwei Jahren seiner Präsidentschaft erheblich erschweren, etwa indem sie Gesetzesvorhaben blockieren oder Untersuchungen gegen Trump und sein Umfeld einleiten. Da der Präsident aber weitgehende ​Befugnisse in vielen Bereichen wie etwa der Aussenpolitik behält, rechnen viele Beobachter zunächst nicht ​zwingend mit einem grundsätzlichen Politikwechsel in Washington.

Die Zwischenwahlen ​zur Halbzeit von Trumps aktueller Amtsperiode gelten als erster grosser Stimmungstest für den Republikaner seit seiner Rückkehr ins Weisse Haus im ‌Januar 2025. Er stand zwar nicht selbst auf dem Wahlzettel, aber gleichwohl im Mittelpunkt der Abstimmung, die geprägt war von der Wut vieler Wählerinnen und Wähler über die hohen Lebenshaltungskosten.

Viele geben dem unter Trump begonnenen Krieg ​gegen den ​Iran und der umstrittenen Zollpolitik des Republikaners die Schuld ⁠für die hohen Preise. Aber auch mit dem extrem harten ​Kurs in der Einwanderungspolitik ⁠waren viele Amerikaner unzufrieden. In Umfragen kam Trump zuletzt nur noch auf knapp über 30 Prozent Zustimmung. Mehrere ‌Republikaner distanzierten sich deshalb bereits von ihm aus Furcht, stellvertretend für Trump an der Wahlurne abgestraft zu werden.

Insgesamt standen am Dienstag bei den sogenannten Midterms 35 der 100 Senatssitze ‌zur Wahl sowie sämtliche 435 Sitze im Repräsentantenhaus. Daneben fanden in drei Dutzend ​Bundesstaaten Gouverneurswahlen statt, ebenso wie Tausende Wahlen auf Landes- und Kommunalebene. Abgestimmt wurde in vielen Bezirken zudem über unzählige Vorhaben, die von einer Steuer für Milliardäre bis hin zum Recht auf Abtreibung reichen.

(Reuters)