Nach zuvor drei Anstiegen in Folge musste sie diesmal einen unerwartet starken Auftragseinbruch hinnehmen. Das Neugeschäft schrumpfte um 10,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat und damit so stark wie seit Jahresbeginn nicht mehr, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang von 1,0 Prozent gerechnet. Der Einbruch hängt mit dem Ausbleiben von Grossaufträgen zusammen: Werden diese ausgeklammert, dann hätte das Minus im August nur 0,1 Prozent betragen.
Die negative Entwicklung geht fast ausschliesslich auf den starken Rückgang im Bereich des Sonstigen Fahrzeugbaus zurück, zu dem Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge gehören. Der Auftragseingang in diesem Bereich sank im August um 61,5 Prozent zum Vormonat. Im Juli hatte er sich wegen eines aussergewöhnlich hohen Volumens an Grossaufträgen im Schiff-, Schienenfahrzeug- und Flugzeugbau noch mehr als verdoppelt (revidiert +129,4 Prozent). Die Bundesregierung steckt Milliarden in die Modernisierung der Bundeswehr.
«Am grundsätzlich positiven Bild ändert das wenig», sagte Ökonom Michael Herzum vom Fondsanbieter Union Investment. Die Auftragslage der deutschen Industrie habe sich seit Herbst 2025 deutlich verbessert. «Die Auftragsbücher sind gut gefüllt und bieten der Industrie rechnerisch ein Polster von rund neun Monaten», sagte Herzum. Ob aus den vollen Auftragsbüchern tatsächlich mehr Wachstum entstehe, entscheide sich bei den Investitionen. Noch fehle den Unternehmen das Vertrauen, Produktion und Kapazitäten hochzufahren. «Die deutsche Industrie hat sich stabilisiert und die Perspektiven sind gut – ein Boom ist das aber noch nicht», sagte Herzum.
Die Auslandsaufträge fielen im August um 5,4 Prozent geringer aus. Die Inlandsaufträge brachen soagr um 17,3 Prozent ein. Im weniger schwankenden Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang von Juni bis August um 1,3 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor. Ohne Grossaufträge sank er um 2,6 Prozent.
Stabil geblieben sind im August die Einnahmen: Der inflationsbereinigte Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe verharrte auf dem Niveau des Vormonats.
(Reuters)

