Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Oktober um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag zu seiner ersten Schätzung mitteilte. Experten hatten mit einer Rate von 3,0 Prozent gerechnet.
Rekordhohe Preise für Benzin und Diesel sowie teures Heizöl hatten die Verbraucherpreise im September mit 3,3 Prozent so kräftig nach oben getrieben wie seit knapp drei Jahren nicht mehr. Da Anfang des Monats die Energiesteuer auf Benzin und Diesel gesenkt wurde, sind die Preise an den Zapfsäulen mittlerweile etwas gefallen. Der Tankrabatt soll bis Ende des Jahres gelten.
Die Bundesregierung hatte ihn als Reaktion auf die stark gestiegenen Spritpreise infolge des Konflikts in Nahost wieder eingeführt. Laut Bundesbank dürfte die Teuerungsrate zu Beginn des kommenden Jahres voraussichtlich merklich anziehen, wenn der Tankrabatt ausläuft. Ein Spritpreisdeckel würde aus Sicht der Bundesbankvolkswirte je nach konkreter Ausgestaltung dämpfend wirken.
Bundeswirtschaftsminister Katherina Reiche (CDU) soll den Preisdeckel nach einem Beschluss des Koalitionsausschusses ausarbeiten. Dieser soll spätestens Anfang 2027 eingeführt werden. Reiche hat aber mehrfach betont, dass dadurch die Versorgungssicherheit nicht gefährdet werden dürfe. Es müsse auch verhindert werden, dass Benzin aus Deutschland exportiert und der Kraftstoff hierzulande knapper werde.
(Reuters)

