Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte im September auf 89,9 ‌Punkte, nach 88,8 Zählern im August und damit ‌zum fünften Mal in Folge. Das ​teilte das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag zu seiner Umfrage unter rund 9000 Führungskräften mit. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten mit 89,0 Punkten gerechnet. Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage positiver. Auch ihre Erwartungen hellten sich weiter auf. «Der ‌Aufschwung nimmt langsam Fahrt auf», sagte Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters.

«Der Anstieg passt in ein Konjunkturbild, welches sich zunehmend aufhellt», erklärte LBBW-Analyst Jens-Oliver ​Niklasch. Der Auftragsbestand habe in den vergangenen Monaten deutlich zugelegt, und ​dies mache sich jetzt auch stärker ​bei den befragten Unternehmen in der Breite bemerkbar. Im Verarbeitenden Gewerbe konnte das Ifo-Barometer erneut zulegen ‌und auch im Handel ging es nach oben. Im Dienstleistungssektor drehte das Geschäftsklima wieder in den positiven Bereich. Nur im Bauhauptgewerbe blieb der Ifo-Index nahezu unverändert.

Zuletzt ​hatte die ​Umfrage des Finanzdienstleisters S&P Global unter ⁠Einkaufsmanagern das stärkste Wachstum der deutschen Wirtschaft seit ​elf Monaten signalisiert. Die führenden ⁠Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen in ihrem Herbstgutachten damit, dass das Bruttoinlandsprodukt dieses Jahr um 1,3 ‌Prozent zulegen wird. Das Ifo veranschlagt mit 1,4 Prozent sogar einen Tick mehr Wachstum.

Die deutsche Wirtschaft sei widerstandsfähiger als gedacht, meint ‌Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Allerdings zeichne sich trotzdem nur eine ​moderate Erholung ab. «Denn wegen der fehlenden durchgreifenden Reformen verbessert sich die geschundene Standortqualität nicht entscheidend, weshalb die Unternehmen sich mit Investitionen hierzulande weiter zurückhalten dürften.»

(Reuters)