Deutscher Mischkonzern - Thyssenkrupps Rote Liste - Geschäfte auf dem Prüfstand

Der kriselnde Mischkonzern Thyssenkrupp hat drei Geschäftsbereiche zur Disposition gestellt.
18.08.2019 04:35
Kaltgewalzter Stahl von Thyssenkrupp. Er wird unter anderem für die Automobil-Aussenhaut eingesetzt.
Kaltgewalzter Stahl von Thyssenkrupp. Er wird unter anderem für die Automobil-Aussenhaut eingesetzt.
Bild: ZVG

Diese sollen genau unter die Lupe genommen werden, da sie nach Unternehmensangaben nicht wettbewerbsfähig sind: Sie machen vier Prozent des Umsatzes aus, sorgen aber für etwa ein Viertel des negativen Free Cashflow. Sollte eine Sanierung nicht gelingen, könnten die Bereiche verkauft oder geschlossen werden. Im Folgenden ein Überblick:

System Engineering

Der Bereich gehört zur Sparte Industrial Solutions und stellt unter anderem Fertigungsanlagen für Karosserien für die Automobilindustrie her. Hinzu kommen Produktionsanlagen der Luftfahrt- und der Batterieindustrie. 4900 Mitarbeiter arbeiten bei System Engineering. Die Kostenbasis sei ineffizient, sagt der Vorstand.

Standorte sind in Deutschland Heilbronn, Hohenstein-Ernstthal, Wadern-Lockweiler, Bremen, Langenhagen, Burghaun. Hinzu kommen Niederlassungen in den USA, Grossbritannien, Russland, Spanien, Italien, Frankreich, Indien, China und Japan. Der operative Gewinn betrug im Geschäftsjahr 2017/18 rund 15 Millionen Euro. Der Umsatz lag zuletzt bei 1,1 Milliarden Euro. Zu den Konkurrenten gehören Siemens und Kuka.

Federn & Stabilisatoren

Der Bereich stellt Komponenten für die Automobilindustrie her. Standorte sind Hagen und Olpe sowie China, Ungarn, Brasilien, Mexiko. 3600 Mitarbeiter arbeiten in der Sparte, die im vergangenen Geschäftsjahr einen operativen Verlust von 127 Millionen Euro einfuhr.

Das Management spricht von einer ineffizienten Kostenbasis in Europa und harten Wettbewerbsbedingungen. Wettbewerber sind Mubea aus dem nordrhein-westfälschen Attendorn, die italienische Sogefi Group und Federal-Mogul aus den USA.

Grobblech

Der Bereich gehört zu Thyssenkrupp Steel Europe. Rund 800 Mitarbeiter sind am Standort in Duisburg beschäftigt. Die massiven Bleche werden im Bau und Schiffbau, in Druckbehältern und Pipelines verwendet. Dem Geschäft machen der Importdruck und die Überkapazitäten zu schaffen.

Auch hier stehen rote Zahlen zu Buche - zuletzt lag der Verlust bei 28 Millionen Euro. Konkurrenten sind Salzgitter, Voestalpine und Dillinger Hütte. Die Stahlkocher zeigen sich kampfbereit. "Der Grobblechbereich darf kein Bauernopfer sein für langjähriges Fehlmanagement", warnt Betriebsratschef Tekin Nasikkol.

(Reuters)

 

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