Devisen - Charttechniker: Euro wird gegenüber Franken kräftig Boden gutmachen

Der Euro hat zuletzt gegen den Franken etwas an Wert verloren. Eine vorübergehende Erscheinung, wie ein Charttechniker meint.
15.06.2021 11:04
Von Lorenz Burkhalter
Ein Bankkunde Tauscht am Schalter in Effretikon Euro gegen Franken.
Ein Bankkunde Tauscht am Schalter in Effretikon Euro gegen Franken.
Bild: Bloomberg

Der Euro hatte gegenüber dem Franken zuletzt einen ziemlich schweren Stand. Zuletzt kostete ein Euro zeitweise keine 1,09 Franken mehr. Das ist so wenig wie seit Februar.

Der Charttechnikexperte von Kepler Cheuvreux gibt der europäischen Einheitswährung nun aber Unterstützung. Wie er in seinem neusten Kommentar festhält, konnte sich der Euro in der Nähe von 1,0875 Franken gerade noch rechtzeitig wieder fangen. Denn genau dort verläuft der gleitende 200-Tage-Durchschnitt.

Der Experte schliesst zwar nicht aus, dass das Währungspaar kurzfristig noch auf das untere Ende des Aufwärtstrendkanals bei 1,0830 Franken zurückfallen könnte. Spätestens von dort aus rechnet er dann aber mit einer kräftigen Gegenbewegung in die Region von 1,1260 Franken – und das womöglich sogar noch vor Ende Juni.

Seines Erachtens könnte sich jetzt eigentlich nur noch ein Bruch der beiden besagten Unterstützungslinien bei 1,0875 und 1,0830 Franken als Spielverderber erweisen.

Fundamentalanalyse vs. technische Analyse

Mit seiner Zuversicht steht der für Kepler Cheuvreux tätige Charttechnikexperte übrigens ziemlich alleine da. Andere Kollegen sind deutlich zurückhaltender und wähnen den Euro-Franken-Kurs in einer Seitwärtsbewegung. Dieser Meinung sind auch die Experten von Credit Suisse und UBS.

Die technische Analyse ist nicht unumstritten. Da sich an den Devisenmärkten jedoch viele kurzfristig agierenden Marktteilnehmer tummeln, wird die technische Analyse gerade bei der Beurteilung von Währungspaaren oft und gerne hinzugezogen.

Fundamentale Aspekte wie etwa die Kaufkraftparität zwischen zwei Währungen rücken dabei in den Hintergrund. Das mag auch damit zu tun haben, dass ein Währungspaar manchmal über Jahre hinweg weit vom theoretischen Gleichgewichtswert abweichen kann. Wie der Name schon sagt, misst die Kaufkraftparität den fairen Wechselkurs anhand der Kaufkraft zweier unterschiedlicher Währungen.