Devisen - Eurokurs über 1,06 Franken - auch zum Dollar wieder stärker

Sorgen um die Eurozone lassen nach. Dies treibt die Einheitswährung hoch und führt zu einer Abschwächung des Frankens.
21.05.2020 13:27
Der Franken steht seit mehr als einem Jahrzehnt zum Euro unter Aufwertungsdruck
Der Franken steht seit mehr als einem Jahrzehnt zum Euro unter Aufwertungsdruck
Bild: imago images

Der Kurs des Euro hat am Donnerstag zugelegt und sich wieder der Marke von 1,10 US-Dollar angenähert. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete im Mittagshandel 1,0995 US-Dollar. Am Morgen war sie noch zeitweise bis auf 1,0952 Dollar gefallen. Bereits am Mittwoch war der Euro zeitweise bis an die Marke von 1,10 Dollar geklettert.

Auch zum Franken legt der Euro zu und er hat die Marke von 1,06 Franken zurückerobert. Aktuell kostet ein Euro 1,0615 Franken nachdem er im frühen Handel noch bei 1,0585 Franken notierte. Der Dollar kostet 0,9651 Franken.

Die extrem schlechte Stimmung in der Wirtschaft der Eurozone hat sich im Mai etwas aufgehellt. Nach dem historischen Einbruch im April erholte sich der viel beachtete Einkaufsmanagerindex etwas stärker als erwartet.

"Die Eurozone verzeichnete auch im Mai einen Kollaps der Wirtschaftsleistung, wenngleich die Umfrageergebnisse ermutigende Hinweise dafür liefern, dass der Tiefpunkt wohl hinter uns liegt", kommentierte Chris Williamson, Chefvolkswirt von Markit die Daten. Die Lockerungen sollten die Talfahrt im Sommer weiter verlangsamen.

Der Plan von Frankreich und Deutschland für ein Wiederaufbauprogramm der Wirtschaft der EU nach der Corona-Krise hatte den Euro an den vergangenen Tagen gestützt. Aussenminister Heiko Maas (SPD) ist zuversichtlich, dass der Plan von Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Basis für eine Einigung in der EU bilden kann. Allerdings gibt es in verschiedenen Ländern weiterhin Widerstand gegen das Paket. Am Donnerstag meldete die tschechische Regierung Bedenken an.

An diesem Donnerstag wird erneut mit Spannung auf neue Arbeitsmarktdaten aus den USA geblickt, die am Nachmittag veröffentlicht werden. Es werden die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Erwartet werden 2,4 Millionen neue Anträge. Seit Mitte März haben in den USA bereits mehr als 36 Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren Job verloren - so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit.

(AWP)