Tesla hat mit hohen Ausgaben für KI und Robotik zuletzt viel Geld verbrannt. Das Unternehmen verzeichnete allein im zweiten Quartal ‌einen Mittelabfluss ⁠von 1,1 Milliarden Dollar. Das war zwar viel weniger als am Markt erwartet - doch die Fragen an Firmenchef Elon Musk, wann er mit seinen neuen ⁠Techprodukten endlich Geld verdienen will, werden drängender.

Analysten löcherten Musk am Mittwoch, wann der humanoide Roboter Optimus auf den Markt kommt. Der Tesla-Chef griff zum Superlativ und sprach vom grössten Produkt ‌aller Zeiten, blieb eine genaue Antwort aber schuldig. Im kommenden Jahr könne der mannshohe Helfer für öde Arbeiten, ‌der zurzeit bei Tesla etwa Batteriezellen sortiert, ausserhalb des Unternehmens genutzt werden.

Das operative Ergebnis ​von Tesla sackte um mehr als die Hälfte auf knapp 400 Millionen Dollar ab, der Nettogewinn schrumpfte um 17 Prozent auf 1,15 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit einem Anstieg gerechnet. Beim Umsatz schnitt der Autobauer aus dem texanischen Austin dagegen besser ab als vorhergesagt: Die Erlöse mit Autos, Energiespeichern und Services stiegen um 26 Prozent auf 28,2 Milliarden Dollar. Experten hatten im Schnitt 25,7 Milliarden Dollar erwartet.

Konzernchef Elon Musk sprach von goldenen Zeiten in der Zukunft mit KI-Produkten ‌wie selbstfahrenden Taxis, autonomem Fahren und humanoiden Robotern, in die allein in diesem Jahr 25 Milliarden Dollar fliessen. Er sei zuversichtlich, dass sich die massiven Investitionen mit unglaublichen Renditen auszahlen, betonte er.

Kommt es zur Fusion von SpaceX und Tesla?

Die Tesla-Aktie gab am Donnerstag nach der Eröffnung um rund 12,8 Prozent nach. Unter anderem senkte Morgan Stanley das Kursziel um 17 auf 400 Dollar. Unter ​Tesla-Anlegern werden zunehmend Fragen laut, wann sich diese massiven Ausgaben in Cashflows umgemünzt werden. 

Immerhin eröffneten auf der anderen Seite die Valoren von SpaceX unverändert, nachdem diese vorbörslich noch deutlich tiefer notierten. Derweil spekulieren Marktteilnehmer, Musk könnte eine Verschmelzung von SpaceX und Tesla vorbereiten. Während einer Telefonkonferenz mit Investoren erklärte er am Mittwoch, dass sich die Firmen «mehr und mehr überschneiden werden».

Damit befeuerte Musk die Gerüchte über eine mögliche Zusammenlegung. Er sagte ferner, dass Tesla und SpaceX bereits jetzt in vielen Punkten Überschneidungen haben. Musk meinte aber, dass er während eines Calls nicht über diese Pläne sprechen könne. Das müsse im Rahmen eines angemessenen Verfahrens erfolgen.

(Reuters/cash)