Die Tücken der Kreditkarten-Nutzung

Ohne bargeldloses Zahlen geht nichts mehr. Aber über den Zahlungsverkehr per Karte muss man erstaunlich viel wissen, vor allem auf Reisen im Ausland. cash nennt die wichtigsten Punkte für den Gebrauch von Plastikgeld.
13.11.2015 01:05
Von Marc Forster
Plastikgeld lässt das Portemonnaie erst dick werden.

Neue Kreditkarte: Mit einer neuen Kreditkarte – Verlust, Diebstahl, ist die alte Karte abgelaufen oder Sie entscheiden sich selbst für ein neues Kreditkartenangebot – erhalten Sie auch eine neue Kartennummer. Bei Online-Shops hinterlegte Kreditkarten müssen dann geändert werden. Auf herkömmlichem Wege geht dies nur "von Hand". Mit einer electronic Wallet (oder Cyberwallet) lässt sich dieses Problem aber umgehen: Dann muss eine Kreditkartennummer nur einmal geändert werden, weil die Online-Zahlungen von der e-Wallet zentral verwaltet werden. Der reguläre Ersatz der Kreditkarte ist kostenlos, bei Diebstahl und Verlust kostet die neue Karte.

Verfallen Reservationen, wenn die Karte wechselt? Wie ist es aber, wenn man eine neue Karte erhält, aber mit der alten Karte noch offene Reservationen hat? Man bucht beispielsweise schon die Osterferien in einem Hotel, die Karte verfällt aber im Januar: Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man dann die Karte beim Anbieter vorzeitig erneuern lassen. Dies sollte in der Regel kostenlos sein. Ansonsten hängt es davon ab, wie sich beispielsweise das Hotel verhält, für das man eine Reservation hat: Besteht es auf einer gültigen Kreditkarte, ist die Buchung mit dem Verfall der alten Karte wirkungslos geworden.

Ist für das Hotel hingegen die Reservationsnummer entscheidend, holt es für die neue Karte beim Einchecken des Gastes für dessen neue Kreditkarte eine neue Autorisierung ein; der Prozess ist zur Gänze vom Händler und nicht von der Kreditkartengesellschaft bestimmt.

Eine oder mehrere Karten? Wer sehr auf die Gebühren achten will, fährt unter Umständen gut, wenn er im Inland eine so genannte "Gratis-Kreditkarte" benutzt, und nur fürs Ausland bzw. für Transaktionen in Fremdwährungen eine gebührenpflichte Karte verwendet. Gratis-Kreditkarten gibt es etwa von der Migros oder von Coop: Sie sind aber nur im Inland gebührenfrei.

Mehrere Karten zu haben ist für gewisse Kunden schlicht auch eine Sicherheitsüberlegung, oder gar eine Prestigefrage. Zudem kann man zusätzliche Karten für Familienangehörige ausstellen lassen. Eine Zusatzkarte kann aber höhere Gebühren bedeuten. Das beste ist, man informiert sich genau bei den Anbietern.

Kredit- vs. Debitkarten: Bei Debitkarten wie Maestro oder umgangssprachlich EC-Karten wird ein Betrag sofort abgebucht. Diese Karten enthalten in der Regel keine Gebühren. Bei der Kreditkarte wird der Betrag vorgemerkt. Der Kunde bezahlt dann per Lastschriftverfahren, oder begleicht eine schriftlich erstellte Rechnung eigenhändig. Für die Kreditkartenfirmen ist das Lastschriftverfahren sicherer, wobei sie bei der Rechnungs-Version natürlich Schuldzinsen verlangen können, wenn der Kunde nicht rechtzeitig zahlt. Händler zahlen ihrerseits oft höhere Gebühren bei Kreditkartenzahlungen als bei EC-Karten. In bestimmten Geschäften kann man nach einem Rabatt bei bar- bzw. EC-Kartenzahlung fragen.

Auslandsnutzung und Barbezug: Bei der Auslandnutzung unterscheiden sich Kredit- und Debitkarten deutlich. Beim Bezug und je nach dem auch beim Bezahlen mit der der Debitkarte wie einer Maestro-Karte bzw. EC-Karte hält man die Gebühren relativ tief. Der Nachteil: Diese Karten lassen sich längst nicht überall einsetzen.

Richtig teuer kann der Bezug von Geld mit der Kreditkarte werden. Sowohl die eigene Bank als auch die Bank vor Ort trachten nach Zusatzeinnahmen. Bearbeitungsgebühr, Bargeldbezugsgebühr sowie ein Wechselkursaufschlag seitens der Bank lassen die Zusatzkosten in die Höhe schiessen. Der Vergleichsdienst Moneyland rechnet vor: Bei einem Geldbezug im Ausland von umgerechnet 100 Franken zahlt man zum Beispiel mit einer UBS-Kreditkarte eine Minimalgebühr von zehn Franken, 1,75  Franken Bearbeitungsgebühr und zwei Franken Devisenaufschlag: Zusammen 13,75 Franken Zusatzgebühr. Dazu kommen häufig noch Fremdspesen der Bankomat-Betreiber. In extremen Fällen können die Gebühren bis zu 20 Prozent betragen.

Als Alternative bietet es sich an, eine Prepaid-Karte zu benutzen, die sich von Anfang an mit einer Fremdwährung aufladen lässt.

Karten- oder Landeswährung? Oft fragen Geschäfte im Ausland, ob man in der eigenen oder der Landeswährung bezahlen wolle. Wer nicht auswendig den genauen Wechselkurs sowie die Gebühren des Kartenherausgebers im Kopf hat, entscheidet sich oft zufällig für das eine oder das andere. Der Vergleichsdienst Moneyland rät, im Zweifelsfall die Landeswährung zu wählen: Dies lohnt sich vor allem dann, wenn die Gebühren einigermassen tief sind.

«Upgrade» ist teuer: Es gibt Anbieter mit Premiumkreditkarten. Auch ohne eine Ausgabenlimite von einer Million Franken, wie sie Superreiche und Stars haben, kann man dann Besitzer einer "Gold"- oder "Platinum"-Karte sein. Manche Leute geniessen schlicht das Gefühl, eine solche Karte zu besitzen. Premium kommt den Nutzer aber so gut wie immer teurer: Mit den Luxus-Packages kauft man sich Privilegien wie Lounge-Zugang an Flughäfen, Reiseversicherungen oder Concierge-Services dazu, aber eben über höhere Gebühren.

Auch für das beliebte Meilensammeln sind diese Karten begehrt: Mit Premiumkarten lassen sich die gutgeschriebenen Meilen erhöhen, entweder, in dem man Punkte umwandelt, oder direkt eine Meilensammel-Kreditkarte verwendet. Gewiefte Vielflieger machen höhere Kartengebühren unter Umständen mit tieferen Ticketkosten wett.