Schweizer Autofahrern tut die Fahrt an die Zapfsäule derzeit richtig weh. Hohe Benzin- und Dieselpreise reissen ein grosses Loch ins Portemonnaie. Doch auch ein anderer Posten wird immer teurer: die Autoversicherung. In den letzten fünf Jahren sind die Prämien laut dem Onlinevergleichsdienst Comparis um satte 19 Prozent gestiegen. Und ein Ende ist nicht in Sicht: Gemäss einer neuen Comparis-Umfrage haben erste Versicherer für 2027 bereits die nächsten Aufschläge geplant.

«Die Entwicklung, die Autofahrende schon seit Jahren belastet, setzt sich voraussichtlich fort», heisst es dazu. Helvetia, Smile, Generali, Vaudoise sowie der TCS verweisen auf steigende Kosten, die Prämienanpassungen notwendig machen. Offen lassen sie allesamt, um wie viel die Prämien konkret aufschlagen werden. Die Axa und die Allianz machen keine Angaben zur künftigen Prämienentwicklung.

Immerhin: Die Mobiliar will auf generelle Erhöhungen bei bestehenden, unveränderten Verträgen verzichten. Bei Neuabschlüssen und Vertragsänderungen sind hingegen Tarifanpassungen vorgesehen.

Darum wird es immer teurer

Allein im letzten Jahr stiegen die Prämien um mehr als 7 Prozent. «Eine allgemeine Entspannung zeichnet sich derzeit nicht ab», betont Comparis-Finanzexperte Harry Büsser. Die Kostentreiber, die zu den bisherigen Erhöhungen geführt haben, seien weiterhin vorhanden.

Zu diesen gehören steigende Reparaturkosten, teure Ersatzteile und Unwetterschäden. Die Vaudoise nennt den Jahrhunderthagel in diesem Sommer ausdrücklich als Grund für den anhaltenden Kostendruck. Auch die Technik moderner Autos treibt die Ausgaben hoch. Ein simpler Ersatz der Frontscheibe heisst beispielsweise auch automatisch eine neue Konfiguration der Sensoren – das geht ins Geld. Wie sehr, zeigt eine frühere Comparis-Analyse: Zwischen 2023 und 2025 verteuerten sich Reparaturarbeiten an Hintertüren um fast 46 Prozent, an Seitenwänden um gut 41 Prozent.

Wer wechselt, kann viel Geld sparen

Büsser nimmt aber auch die Anbieter in die Pflicht: «Die technische Entwicklung erklärt nicht automatisch jede Preissteigerung», sagt der Experte. Versicherer müssten Reparaturkosten kritisch prüfen und unnötige Ausgaben vermeiden.

Die Aufschläge treffen nicht alle Versicherten gleich hart. Wie viel jemand bezahlt, hängt unter anderem vom Fahrzeug und von der bisherigen Schadenbilanz ab. «Gerade deshalb sollten Autofahrende ihre Prämien vergleichen, statt Erhöhungen einfach hinzunehmen», rät Büsser.

Ein Wechsel kann sich lohnen: Laut Comparis spart rund jeder Zweite, der seine Autoversicherung wechselt, mindestens 200 Franken pro Jahr.

Dieser Artikel erschien zuerst beim Blick.