Diese Fragen machen Job-Bewerber sprachlos

Wissen Sie, wie viele Fenster es in New York gibt? Solche und andere fiese Fragen können in Vorstellungsgesprächen gestellt werden. Das erfordert ein besonderes Mass an Kreativität.
08.01.2014 17:55
Von Ivo Ruch
Gewisse Fragen in Vorstellungsgesprächen können Kopfzerbrechen bereiten.
Gewisse Fragen in Vorstellungsgesprächen können Kopfzerbrechen bereiten.
Bild: iNg

"Wie viele Fenster gibt es in New York?", fragte kürzlich das Beratungsunternehmen Bain Kandidaten für einen begehrten Beraterjob. Mit solch kniffligen Fragen rechnet kaum ein Bewerber. Und doch werden sie von vielen Arbeitgebern gestellt, um die Kandidaten aus der Reserve zu locken, wie eine Liste der Job-Seite Glassdoor.com zeigt.

Aus Tausenden von Erfahrungsberichten hat Glassdoor die überraschendsten, kniffligsten oder gar fiesesten Interviewfragen des vergangenen Jahres zusammengetragen. Gestellt wurden sie von Unternehmen wie Amazon, Dell oder Google. Weitere Beispiele sind: "Haben Sie bei der Arbeit jemals einen Kugelschreiber gestohlen?", "Wie macht man ein Thunfischsandwich?" oder "Singen Sie Ihr Lieblingslied vor."

Der Pinguin mit dem Sombrero

Die meisten Leute rechnen bei einem Job-Interview mit herkömmlichen Fragen zu ihrer Person, ihrem Werdegang oder ihren Stärken und Schwächen. Doch mit solchen Erwartungen wird man auf dem falschen Fuss erwischt, wenn man beispielsweise folgende Frage beantworten muss: "Wenn jetzt ein Pinguin mit einem Sombrero zur Türe hineinkommt, was würde er sagen und warum wäre er hier?"

Diese Frage wurde tatsächlich von der amerikanischen Baufirma Clark Construction gestellt. In einem solchen Fall gilt es, einmal tief Luft zu holen und eine ebenso spontane Antwort zu geben. Genau das tat ein Kandidat, indem er zurückfragte: "Und wo ist die Sonnencreme?" – er bekam den Job.

Bloss nicht schweigen

Mit solchen besonders dreisten Fragen wollen die Unternehmen ihre zukünftigen Mitarbeiter nicht etwa auf den Arm nehmen. Vielmehr gehe es darum, Kreativität, kritisches Denken und den Umgang mit Druck zu testen, sagt Amanda Lachapelle von Glassdoor gegenüber dem Business-Portal "Here is the city". Ebenfalls gehe es darum, eine gute Konversation zu kreieren. Schliesslich sind das alles Fähigkeiten, die auch im Geschäftsalltag gefragt sind.

Das Schlimmste, was man in einer solch anspruchsvollen Situation tun kann, ist zu sagen "ich weiss es nicht" oder gar zu schweigen. Denn dann verpasst man eine gute Gelegenheit, sich positiv zu verkaufen, was ja das Ziel jedes Vorstellungsgesprächs ist.

Wie würden Sie auf folgende Fragen antworten?

- "Wenn Sie einen US-Bundesstaat abschaffen könnten, welcher wäre das"? (Frage gestellt bei Forrester Research)

- "An was denken Sie, wenn Sie alleine im Auto sitzen"? (Frage gestellt bei Gallup)

- "Welches Lied beschriebt Ihr Arbeitsethos am besten"? (Frage gestellt bei Dell)

- "Wieviele Kühe gibt es in Kanada"? (Frage gestellt bei Google)

- "Jeff Bezos kommt in Ihr Büro und stellt Ihnen eine Million Dollar zur Verfügung für eine unternehmerische Idee. Für welche Idee würden Sie die Million verwenden"? (Frage gestellt bei Amazon)

- "Wie würden Sie Ihr Gedächtnis bewerten"? (Frage gestellt bei Marriott)

- "Können Sie sagen 'Peter Pepper Picked a Pickled Pepper' und zur selben Zeit eine Waschmaschine verkaufen"? (Frage gestellt bei Mastercard)

- "Stellen Sie sich vor, wir kämen zu Ihnen nach Hause zum Abendessen. Was würden Sie uns zubereiten"? (Frage gestellt bei Trader Joe's)

- "Wie würden die Menschen in einer perfekten Welt miteinander kommunizieren"? (Frage gestellt bei Novell)

- "Meine Frau und ich gehen in die Ferien. Was können Sie uns empfehlen"? (Frage gestellt bei PWC)

- "Wählen Sie zwei Berühmtheiten als Ihre Eltern aus." (Frage gestellt bei Urban Outfitters)

- "Welches Küchenutensil wären Sie gerne"? (Frage gestellt bei Bandwidth.com)

- "Beurteilen Sie mich als Interviewer auf einer Skala von 1 bis 10." (Frage gestellt bei Kraft Foods)