Digitales Geld - Die Kryptowährungen im Schatten von Bitcoin

Inzwischen gibt es mehr als 1300 Alternativen zu Bitcoin, der bekanntesten und grössten Digitalwährung. Einige lassen ihr Vorbild punkto Wertsteigerung weit hinter sich.
17.12.2017 16:05
Bitcoins - die digitale Währung als Münzen.
Bitcoins - die digitale Währung als Münzen.
Bild: Pixabay

Bitcoin ist die mit Abstand bekannteste, älteste und mit einem Gesamtwert von 280 Milliarden Dollar grösste Kryptowährung. Laut dem Branchendienst Coinmarketcap zufolge gibt es inzwischen mehr als 1300 verschiedene Cyberdevisen. Darunter sind einige, deren Preis eine noch schwindelerregendere Rally hingelegt hat als Bitcoin. Es folgt eine Übersicht über Kryptowährungen:

Bitcoin

Vor knapp zehn Jahren wurden Bitcoin erfunden von einer Person oder Gruppe mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto. Wer dahinter steckt, wurde nie zweifelsfrei bestätigt. Die maximal mögliche Stückzahl der Bitcoin ist auf 21 Millionen beschränkt, derzeit sind knapp 17 Millionen im Umlauf. Neue Bitcoin entstehen durch das sogenannte "Mining". Dabei müssen hochkomplexe Computer kryptische Puzzle lösen. Als Belohnung werden alle zehn Minuten 12,5 Bitocin zugeteilt. Diese Menge halbiert sich alle vier Jahre, das ist das sogenannte "Halving". Schätzungen zufolge sollten etwa im Jahr 2140 alle Bitcoin im Umlauf sein. Danach werden keine neuen mehr generiert.

Ein Bitcoin kostet inzwischen rund 17.000 Dollar, das ist 17 Mal so viel wie zu Beginn diesen Jahres. Branchenkenner halten es für möglich, dass der Kurs weiterhin so rasant steigt. Mit Bitcoin kann man weltweit bei bestimmten Unternehmen oder Dienstleistern bezahlen. Japan hat die Cyberwährung als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt.

Ethereum

Ethereum ist jünger als Bitcoin, es wurde Medienberichten zufolge von dem Moskauer Studenten Vitalik Buterin 2015 online gestellt. Sein Ziel war, eine Plattform zu schaffen für "smart contracts", was bei Bitcoin nicht möglich ist. "Smart contracts" sind Transaktionsprotokolle, die permanent Bedingungen eines Vertrags kontrollieren und einzelne Bestimmungen automatisch ausführen können.

Ethereum ist eine Art Plattform, über die Geschäftsprozesse abgebildet werden können. "Das primäre Ziel von Ethereum ist nicht, als eine andere Form von Geld zu fungieren, sondern es soll für digitale Verträge eingesetzt werden", heisst es auf der Internetseite von Coinbase, die zu den grössten Krypto-Handelsplattformen der Welt zählt. Das digitale Zahlungsmittel auf der Ethereum-Plattform heisst Ether. Die Emittierung von Ether ist beschränkt auf 18 Millionen pro Jahr. Ethereum kommt laut Coinmarketcap auf eine Marktkapitalisierung von rund 45 Milliarden Dollar.

Ripple

Als Gründer von Ripple gilt der US-Internetunternehmer Jed McCaled. Ripple kann grob gesagt als "Bitcoin für Banken" verstanden werden, denn im Prinzip ist Ripple eine Datenbank, in der etwa Schuldscheine gespeichert sind. In erster Linie sei Ripple darauf ausgerichtet, sichere, sofortige und nahezu freie globale Finanztransaktionen zu ermöglichen, schreiben Experten der Commerzbank in einer Studie. Die Kontostände sowie die Verhältnisse zwischen Gläubiger und Schuldner sind innerhalb des Netzwerkes für jeden offen einsehbar.

Anders als bei Bitcoin ist die Generierung von Ripple nicht per "Mining" möglich. Die gesamte Währung wurde zu Beginn geschaffen. Um einer Inflation vorzubeugen, wurde die Menge auf 100 Milliarden beschränkt. Ripple kommt derzeit Coinmarketcap zufolge auf einen Gesamtwert von knapp zehn Milliarden Dollar.

Litecoin

Die 2011 von Charlie Lee erstmals öffentlich vorgestellte Kryptowährung wird von Branchenkennern oft als Alternative zu Bitcoin bezeichnet. Zwischen den beiden Cyberdevisen gibt es technische Ähnlichkeiten. Neue Litecoin werden auch durch "Mining" erzeugt, die maximale Menge ist auf gut 80 Millionen beschränkt. Der Algorithmus zur Produktion der Litcoin ist aber etwas einfacher, daher ist weniger Rechenkapazität notwendig.

Litecoin sind schneller als Bitcoin: Blöcke werden alle zweieinhalb Minuten statt alle zehn Minuten wie bei Bitcoin generiert. "Vor allem in Bezug auf Investitionen kann dies vorteilhaft sein, um Gebühren, die durch eine schnellere Bestätigung der Transaktion anfallen, zu minimieren", erklären Analysten der Deutschen Bank.

Die Währung kann gegen reale Währungen oder gegen Bitcoin eingetauscht werden. Laut Coinmarketcap kommt Litecoin auf einen Marktwert von derzeit rund neun Milliarden Dollar.

(Quelle: Studien von Deutscher Bank, Commerzbank und eigene Recherche)

(Reuters)

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