Dividendenperle - Prescht die Swiss-Re-Aktie auf 120 Franken vor?

Mit der Aktie von Swiss Re liess sich zuletzt kein Geld verdienen. Das könnte sich aber laut J.P. Morgan schon bald ändern: Die US-Investmentbank rechnet gar mit einem Vorstoss auf 120 Franken.
29.08.2018 08:24
Von Lorenz Burkhalter
Hauptsitz der Swiss Re von 1913 mit dem modernen, 2017 eröffneten Erweiterungsbau.
Hauptsitz der Swiss Re von 1913 mit dem modernen, 2017 eröffneten Erweiterungsbau.
Bild: ZVG

Nicht Swiss Re, sondern die Zurich Insurance Group gilt als Dividendenkönig unter den Unternehmen aus dem Swiss Market Index (SMI). Die Aktienrückkaufprogramme mitaufgerechnet, hat allerdings der traditionsreiche Rückversicherungskonzern die Nase vorn. In Analystenkreisen wird Swiss Re für 2018 eine Gesamtrendite (Dividende plus Aktienrückkäufe) von knapp 10 Prozent nachgesagt.

Der Aktie half das in den letzten Wochen überraschend wenig. Seit der Halbjahresergebnispräsentation von Anfang August büsste sie fast 4 Prozent ein. Von den Jahreshöchstkursen von Ende Februar bei 98,80 Franken errechnet sich mittlerweile gar ein Minus von fast 12 Prozent (aktuell 87,66 Franken).

Geschäftsmodell ist stabiler als früher

In einer Studie über die europäische Rückversicherungsindustrie rät die US-Investmentbank J.P. Morgan nun zum Kauf der Aktie und sieht diese im weiteren Jahresverlauf auf 120 Franken steigen. Keine andere Bank kommt auch nur annähernd auf ein solch hohes Kursziel wie J.P. Morgan. Swiss Re gilt bei den Amerikanern denn auch als Branchenfavorit unter den europäischen Rückversicherungsunternehmen.

Die Swiss-Re-Aktie (rot) im 12-Monats-Vergleich mit dem SMI (grün) (Quelle: www.cash.ch)

Seit Jahren gehe von alternativen Anbietern - sprich grossen Pensionskassen oder anderen Finanzinvestoren - eine Gefahr für die traditionellen Rückversicherer aus. Die Naturkatastrophen von 2017 hätten selbst die letzten Zweifel zerstreut, dass die alternativen Anbieter hohe Verluste nicht tragen könnten. Das zumindest schreiben die Autoren von J.P. Morgan in ihrer Studie.

Börsengang von ReAssure als möglicher Kurstreiber

Ihres Erachtens hat gerade Swiss Re in den letzten Jahren aber Anpassungen am Geschäftsmodell vorgenommen, um sich gegenüber alternativen Anbietern durchsetzen zu können. Dadurch ist die zukünftige Gewinnentwicklung nicht nur weniger schwankungsanfällig, sondern auch besser prognostizierbar.

Die Studienautoren beziffern die Summe der einzelnen Geschäftsbereiche (SOTP) gar auf 130 Franken je Swiss-Re-Aktie. Mit 120 Franken liegt das Kursziel etwas darunter.

Bei J.P. Morgan sieht man im geplanten Börsengang von ReAssure einen möglichen Kurstreiber, um die Aktie in die Nähe der Summe der einzelnen Geschäftsbereiche (SOTP) vorstossen zu lassen.

Aktie bei Banken beliebt

Noch ist der definitive Entscheid, das Geschäft mit geschlossenen Lebensversicherungspolicen an die Börse zu bringen, aber nicht gefallen. Vom strategischen Investment des japanischen Versicherungskonzerns MS&AD lässt sich auf einen Wert von ReAssure von gut 5 Milliarden Dollar oder knapp 18 Franken je Aktie schliessen.

Mit der Kaufempfehlung für die Aktie von Swiss Re befindet sich J.P. Morgan in guter Gesellschaft. Von 23 weiteren Banken raten gemäss Erhebungen der Nachrichtenagentur AWP nicht weniger als 10 zum Kauf der Aktie. Nur eine Bank hat eine Verkaufsempfehlung ausstehend. Der Durchschnitt aller Kursziele liegt bei etwas über 100 Franken.