Grund dafür ist vor allem die aktuelle Dollar-Schwäche. Diese führt auch dazu, dass das Währungspaar Euro/Franken auf neue Tiefstkurse gefallen ist. Aktuell kostet der Euro noch 0,9103 Franken. Das ist weniger als am Morgen (0,9133), vorübergehend notierte der Euro mit 0,9095 gar unter der Marke von 91 Rappen.
Der US-Dollar wird derweil zu 0,7646 Franken bewertet, was ebenfalls weniger ist als am Morgen mit 0,7672 Franken. Die europäische Gemeinschaftswährung hat sich gegenüber dem US-Dollar in dieser Zeit derweil per Saldo nicht bewegt - aktuell geht das EUR/USD-Paar bei 1,1905 um.
Geldabfluss aus den USA
Auslöser der jüngsten Dollar-Schwäche ist vor allem eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg vom Montag. Demnach sollen chinesische Beamte die Banken des Landes aufgefordert haben, den Kauf von US-Staatsanleihen zu begrenzen. Finanzinstitute mit hohem Engagement in Staatspapiere der USA sollen angewiesen worden sein, ihre Positionen abzubauen. Damit würde die Nachfrage nach den als sicher geltenden Treasuries sinken, worunter dann auch die US-Währung leidet.
Dies führe dazu, dass viel Geld aus dem Dollar nach Europa bzw. in den Euro und den Franken abfliesse. Da der Franken im Gegensatz zum Euro eine vergleichsweise «kleine» Währung ist, steigt der Franken zum Dollar relativ gesehen stärker als der Euro und damit auch der Franken zum Euro. Am Markt wird das als sogenannter «Mokkatassen-Effekt» bezeichnet.
Zudem gilt der Franken generell als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten, was ebenfalls Käufe auslösen dürfte. Die überdurchschnittliche Performance des Frankens in den letzten Monaten sei vor allem darauf zurückzuführen, dass die Anleger angesichts der Unvorhersehbarkeit der US-Politik unter US-Präsident Donald Trump den Status des Dollars in Frage stellten, sagte ein Marktteilnehmer. Da die Anleger zudem auch über die fiskalischen Aussichten Japans besorgt seien, insbesondere angesichts des überwältigenden Wahlsieges von Premierministerin Sanae Takaichi, betrachteten viele den Franken als die wichtigste sichere Währung.
Die am Nachmittag veröffentlichten US-Einzelhandelsumsätze belasteten den Dollar nicht zusätzlich. Die Umsätze stagnierten im Dezember zum Vormonat. Ökonomen hatten hingegen einen Anstieg um 0,4 Prozent erwartet. Die Märkte warten auf den monatlichen US-Arbeitsmarktbericht, der am Mittwoch veröffentlicht wird. Am Freitag stehen zudem die Inflationsdaten an. Die Daten dürften Hinweise auf das weitere Vorgehen der US-Notenbank Fed gegeben.
SNB dürfte wohl Füsse still halten
Angesichts der anhaltenden Frankenstärke rückt nun auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) verstärkt in den Fokus der Marktteilnehmer. Laut einem Kommentar der Valiant Bank gelten Devisenmarktinterventionen weiterhin als erste Handlungsoption. Aufgrund der Überwachung durch das US-Finanzministerium dürfte die SNB dieses Instrument jedoch nur sehr zurückhaltend einsetzen.
Die SNB werde die Einführung von Negativzinsen als Mittel gegen den starken Franken möglichst vermeiden, heisst es bei der UBS. Darauf werde sie erst zurückgreifen, wenn die Schweizer Wirtschaft einbrechen und der Franken deutlich aufwerten sollte.
(AWP)

