Droht dem SMI eine scharfe Korrektur?

In den vergangenen Tagen liess das Schweizer Börsenbarometer Federn. Doch Anleger sollten laut Anlageprofis nicht in Panik verfallen.
10.10.2014 14:18
Von Frédéric Papp
Anleger und Händler gehen in Deckung.
Anleger und Händler gehen in Deckung.
Bild: Bloomberg

Sell-Off an den Aktienmärkten! Der Swiss Market Index (SMI) büsste diese Woche 3,6 Prozent ein. Besonders heftig fielen die Kursrückgänge am Dienstag und am Freitag aus. Damit schrumpft die Jahresrendite der Schweizer Börse auf rund 2 Prozent. Auch die deutsche Börse ging auf Tauchstation, derweil die amerikanischen Aktienmärkte weniger stark Federn liessen.

"Wir sind definitiv im Korrekturmodus angelangt", sagt Daniel Egger, Anlagechef bei Maerki Baumann zu cash. Weitere Kursrücksetzer im Umfang von 5 bis 10 Prozent lägen durchaus drin, so Egger weiter.

Bad News vergraulen Anleger

Auf die Anlegerstimmung drückt ein eigentümlicher Mix aus diversen Bad News: Neben den schwelenden geopolitischen Risiken schlagen Anlegern die Ausbreitung der Ebola-Seuche, schlechte Konjunkturdaten aus Deutschland – dem für die Schweiz wichtigsten Exportmarkt – und eine gesenkte Prognose für die Weltwirtschaft des Weltwährungsfonds (IWF) auf den Magen. Gerade zyklische Titel wie Sika, Georg Fischer oder Sulzer leiden darunter. Laut einem aktuellen Marktbericht der Privatbank Rahn & Bodmer ist bei diesen Werten mit weiteren Kurstauchern zu rechnen.

Hinzu kommt: Die Angstbarometer sind zwar leicht gestiegen, aber noch deutlich von Panik-Levels entfernt, weshalb weitere Verluste gut möglich sind.

Weder Bärenmarkt noch Crash

Dennoch darf die Korrektur laut Anlagechef Egger nicht überbewertet werden: "Wir glauben nicht an einen dauerhaften Bärenmarkt oder gar einen Crash." Auch der Anlagechef von Rahn & Bodmer, Eric Steinhauser, geht auf kurze Sicht von weiterem Rückschlagspotenzial für den SMI aus. Allerdings gäbe es weiterhin kaum Anlagealternativen zu Aktien, wie er kürzlich im cash-Börsen-Talk sagte. Ebenso halten die cash-Leser dem SMI die Stange. Laut einer Umfrage glaubt die Mehrheit an einen stabilen bis leicht höheren Indexstand für Ende 2014.

Die derzeitige Situation ähnelt jener im Januar, März und August. Damals korrigierte der SMI etwa je 5 Prozent, erholte sich nach diesen Korrekturphasen aber jeweils rasch und konnte gar zulegen. Egger empfiehlt daher Anlegern, die bereits investiert sind, die Korrekturphase durchzustehen. "Und wenn man unterinvestiert ist, bieten sich Kursrückschläge für gestaffelte Aktienkäufe an", so Egger.