Erfolgreiche Studiendaten zu einem neuartigen Hautkrebs-Impfstoff haben den Aktien der US-Biotechfirma Moderna am Mittwoch kräftigen Aufwind beschert. Die Aktien starteten den Handel mit einem Plus von über 88 Prozent auf 119 Dollar und stiegen zeitweise auf plus 118 Prozent an. Das ist das höchste Niveau seit Sommer 2024.
Damit hat erstmals eine Krebstherapie basierend auf der mRNA-Technologie eine entscheidende Phase-3-Studie erfolgreich beendet. Für moderne, mRNA-basierte Therapien wäre das ein wichtiger Meilenstein.
Die Behandlung kombiniert Mercks Keytruda mit einem massgeschneiderten mRNA-Impfstoff von Moderna, der auf einer Analyse der in den Tumoren der Patienten gefundenen Mutationen basiert.
Intismeran von Moderna ist ein auf den jeweiligen Patienten zugeschnittener mRNA-Impfstoff. Dafür werden die genetischen Veränderungen im Tumor analysiert, um das Vakzin gezielt gegen die individuellen Krebsmerkmale auszurichten. Das Medikament Keytruda aktiviert zugleich das Immunsystem, damit es Krebszellen besser erkennen und angreifen kann. An der Studie nahmen 1137 Patienten nach einer Operation wegen eines Melanoms, des sogenannten schwarzen Hautkrebses, teil.
Die Patienten waren an Tumoren im Stadium IIB bis IV erkrankt, die ein hohes Rückfallrisiko aufweisen oder sich bereits in andere Körperregionen ausgebreitet haben. Sie erhielten über ein Jahr entweder die Kombination aus Intismeran und Keytruda oder ausschliesslich Keytruda. Zwischenergebnissen zufolge konnte die Kombination sowohl das Wiederauftreten des Krebses als auch dessen Ausbreitung im Körper deutlich eindämmen. Die Daten sollen nun auf einem medizinischen Kongress vorgestellt und den Zulassungsbehörden vorgelegt werden.
Für Moderna ist der Erfolg ein wichtiger Schritt beim Aufbau eines Geschäfts jenseits des Corona-Impfstoffs. Das Unternehmen hatte zuletzt die US-Zulassung für einen Grippeimpfstoff erhalten und entwickelt derzeit unter anderem Vakzine gegen das Norovirus und Borreliose. Analysten der Bank Barclays schätzen, dass die Hautkrebstherapie bis 2035 einen Umsatz von rund drei Milliarden Dollar erzielen könnte. Bereits im Januar hatten die beiden Konzerne Daten aus einer mittleren Studienphase veröffentlicht, denen zufolge die Kombination das Risiko eines Rückfalls oder Todes nach fünf Jahren um 49 Prozent senkte.
Das Melanom ist die gefährlichste Form von Hautkrebs. In den USA lebten 2023 nach Angaben des National Cancer Institute mehr als 1,5 Millionen Menschen mit einer entsprechenden Diagnose.
(Reuters/cash)
