Einkaufstourismus nach Deutschland laut Experte rückläufig

Nach einem fast historischen Hoch im vergangenen Jahr ist der Einkaufstourismus von Schweizern nach Deutschland 2016 rückläufig.
19.12.2016 12:33
Die Schweizer kaufen weniger ennet der Grenze ein als noch im Vorjahr.
Die Schweizer kaufen weniger ennet der Grenze ein als noch im Vorjahr.

Dies erklärte Bertram Paganini von der Industrie- und Handelskammer in Konstanz in einem Interview mit den Zeitungen "Tages-Anzeiger" und "Der Bund".

Der Schweizer Detailhandel strenge sich inzwischen sehr an, stellte der Geschäftsführer der Geschäftsstelle in Konstanz fest. Drogeriewaren seien in Deutschland zwar nach wie vor deutlich günstiger als in der Schweiz, aber bei elektronischen Geräten sei die Preisdifferenz nicht mehr gross.

"Vor allem Schweizer aus einer grösseren Entfernung kommen nicht mehr so oft über die Grenze, weil sich der Weg weniger lohnt", erklärte Paganini. Der Detailhandelsumsatz der Region belaufe sich auf 4,5 Mrd EUR. "Wir nehmen an, dass davon 1,6 Milliarden von Schweizer stammen. Das sind fast 4 von 10 Euros", so Paganini.

Der Einkaufstourismus führt zu Fehlentwicklungen. Laut Paganini gibt es schon heute Überkapazitäten, vor allem bei Möbel- und Lebensmittelgeschäften. Die Region verfüge über 1,3 Millionen Quadratmeter Verkaufsfläche. "Ohne den Einkaufstourismus wären es wohl nur 800'000 Quadratmeter", stellte er fest.

(AWP)

Tweets zum WEF