Die Valoren von Burckhardt Compression legen nach einer dreijährigen Konsolidierungsphase am Montag ein Kursfeuerwerk hin. Der Titel legt um 12,2 Prozent auf 533 Franken zu. Am Mittwoch können sich Burckhardt Compression allerdings nicht wie gewünscht in Szene setzen und geben nach Gewinnmitnahmen 2,5 Prozent nach.
Der Industriekonzern Burckhardt Compression hatte im ersten Halbjahr überraschend mehr Bestellungen als im Vorjahreszeitraum erhalten. Die Bestellungen summierten sich zwischen April und September auf 422,5 Millionen Franken, wie das Unternehmen Burckhardt Compression am Dienstag mitteilte. Das ist ein Plus von 5,4 Prozent.
Der Zürcher Vermögensverwalter betonte, dass die aktuelle geopolitische Volatilität eine Herausforderung für Burckhardt darstelle. Aber das Unternehmen beweise seine Widerstandsfähigkeit durch ein breites Spektrum an Anwendungen. Die Stabilisierung der Nachfrage sei beruhigend, aber eine breitere Erholung hänge von einer Normalisierung der Rohstoff- und Ausgangsstoffflüsse ab. Die Aktie hat den Abschwung widergespiegelt, und die Analysten von Vontobel sehen den aktuellen Kurs als günstiges Niveau zum Akkumulieren mit einem zwei- bis dreijährigen Anlagehorizont, da die strukturellen Treiber der Energiesicherheit und -wende verstärkt werden.
Die US-Investmentbank Jefferies, welche den Titel mit «Buy» einstuft, merkte in einer Kundennotiz zum Ergebnis an, dass dieses weitgehend über den eher niedrig angesetzten Konsensschätzungen lag. Zudem kehrten die Auftragseingänge auf einen Wachstumskurs zurück. Die Auftragseingänge im Bereich «Systeme» profitierten von einer stabilen Nachfrage in den Märkten der Schifffahrtsindustrie, während der Bereich «Dienstleistungen» durch einige Grossaufträge in Asien Auftrieb erhielt. Die Ergebnisse des ersten Halbjahres deuteten darauf hin, dass im zweiten Halbjahr eine leichte Beschleunigung erforderlich sei, um die Konsensprognosen zu erreichen.
Der Analyst Andreas von Arx von der Zürcher Kantonalbank stellte fest, dass Burckhardt Compression den Markt mit einer Rückkehr zum Wachstum beim Auftragseingang überrascht habe. Er weist darauf hin, dass auch die Umsatz- und Gewinnzahlen deutlich über den Erwartungen lagen. Er geht davon aus, dass die Konsensschätzungen für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 um etwa 10 Prozent nach oben korrigiert werden dürften.
Gemäss AWP-Analyser stufen vier Analysten den Titel mit «Kaufen», fünf mit «Halten» ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 591 Franken. Das lässt Spielraum nach oben. Für Anlegerinnen und Anleger dürfte allerdings die entscheidende Frage sein, ob es in den nächsten Tagen zu Anschlusskäufen kommt. Denn nur so signalisierte die Börse, dass Burckhardt Compression auf dem richtigen Weg ist und die Konsolidierungsphase definitiv hinter sich gelassen hat.

