Erbitterter Kampf um Syngenta-Aktie

Syngenta will das Effizienzprogramm mittels eines Stellenabbaus beschleunigen. Die Haussiers liefern sich einen Schlagabtausch mit den Baissiers. Die Aktie gibt frühe Gewinne preis.
24.11.2014 13:47
Von Lorenz Burkhalter
Der Vorwurf an CEO John Mack von Syngenta: "Alter Wein in neuen Schläuchen!"
Der Vorwurf an CEO John Mack von Syngenta: "Alter Wein in neuen Schläuchen!"
Bild: cash

(Ergänzt um Stimmen aus dem Handel und die aktuellen Kursnotierungen)

Schon seit Wochen wird Syngenta ein strategischer Befreiungsschlag nachgesagt. Nun ist auch klar wie dieser aussehen soll: Mittels eines Stellenabbaus soll das bereits angelaufene Effizienzverbesserungsprogramm beschleunigt werden. Der Basler Agrarchemiehersteller strebt bis Ende 2018 jährlich Einsparungen im Umfang von einer Milliarde Dollar an, davon 265 Millionen Dollar ab dem kommenden Jahr.

In Handelskreisen werden die Massnahmen als "alter Wein in neuen Schläuchen" bezeichnet. Mit anderen Worten: Man hat sich weitergehende Massnahmen erhofft, beispielsweise eine Annäherung an einen der beiden amerikanischen Rivalen DuPont oder Dow Chemical. Vermutlich treffen aus der Analystengemeinde nicht zuletzt aus diesem Grund kaum Kommentare ein.

Zur Stunde gewinnt die Syngenta-Aktie an der Schweizer Börse SIX 0,1 Prozent auf 322,20 Franken. Zuvor war sie vorübergehend auf 325,80 Franken geklettert. Händler berichten von einem erbitterten Kampf zwischen Haussiers und Baissiers.

In einem Kommentar aus dem Hause Baader Helvea ist von etwas rascher als erwartet realisierbaren Kosteneinsparungen die Rede. Der Verfasser führt diesen Umstand auf den Abbau von 1800 Stellen rund um den Globus zurück.

Gefahr einer Enttäuschung noch nicht gebannt

Der Analyst rechnet grundsätzlich mit einer positiven Kursreaktion, hält er die angestrebten Kosteneinsparmassnahmen doch noch nicht für vollständig in den Konsensschätzungen berücksichtigt. In diesem Zusammenhang wird die Aktie von Syngenta mit einem Kursziel von 370 Franken zum Kauf empfohlen und zu den Favoriten im europäischen Chemiesektor gezählt.

Der für Vontobel tätige Berufskollege bleibt hingegen bei seiner vorsichtigen Haltung. Er schliesst nicht aus, dass Syngenta die firmeneigenen Zielsetzungen in den Jahren 2014 und 2015 verfehlen wird. Das Verhältnis von Chancen zu Risiken sei aus Aktionärssicht weiterhin ungünstig, weshalb er Anlegern dazu rate, an der Seitenlinie zu verharren. Die Aktie wird wie bis anhin nur mit "Hold" und einem Kursziel von 330 Franken eingestuft.