Die Aktien von Oerlikon stehen am späteren Freitagmorgen unverändert bei 5,52 Franken, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) 0,24 Prozent zulegt. Mit einem Plus von 70 Prozent seit Jahresbeginn gehört der Industriewert zu den Top-Performern am Schweizer Aktienmarkt in diesem Jahr.
Der Titel hat damit den neunjährigen Abwärtstrend, der bei einem Kurstief von 2,68 Franken ein Ende fand, definitiv hinter sich gelassen. Die Analysten zeigen sich entsprechend wieder zuversichtlicher. So hat am Freitag die Research-Boutique Octavian das Kursziel für Oerlikon von 6,00 auf 6,80 Franken angehoben und das «Buy»-Rating bestätigt.
Der Octavian-Analyst Alessandro Foletti begründete den Entscheid mit dem starken dritten Quartal. Der Industriekonzern verbuchte den fünften Umsatzanstieg in Folge und verzeichnete dabei die höchste Wachstumsdynamik der jüngeren Vergangenheit. Bemerkenswert sei, dass sämtliche Divisionen zu dieser Entwicklung beigetragen haben. Ungeachtet des Margendrucks durch höhere Materialkosten im Segment Materials & Equipment rechnet Foletti von Octavian auf breiter Front mit fortgesetztem Wachstum. Folglich revidiert er seine Schätzungen um 2 bis 4 Prozent nach oben. Die jüngst bestätigte Jahresprognose des Managements ordnete der Experte als konservativ ein und stuft die Aktie auf dem aktuellen Niveau als attraktiv bewertet ein.
Neben Octavian ruft Oddo BHF mit 7,00 Franken ein noch höheres Kursziel auf. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von 27 Prozent. Zwischen Octavian und Oddo BHF liegen die UBS und Kepler Cheuvreux mit einem Kursziel von 6,30 respektive 6,20 Franken.
Etwas zurückhaltender zeigt sich die Zürcher Kantonalbank, die den Titel mit Marktgewichten einstuft. Zu einer Kaufempfehlung reiche es aus verschiedenen Gründen nicht. Erstens sei der Track-Record in der Vergangenheit limitiert gewesen. Ferner bestünden Corporate-Governance-Themen, ein hohes Exposure zur Automobilindustrie (ca. 35 Prozent des Umsatzes) sowie strategische Themen bei Components und Fragen bezüglich der Nachhaltigkeit des aktuellen Momentums.
Gemäss Bloomberg-Konsens sollte der Gewinn pro Aktie im kommenden Jahr bei 31 Rappen liegen und bis ins Jahr 2030 auf 55 Rappen ansteigen. Das ergibt ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von fast 18 für das nächste Jahr und liegt somit deutlich über dem fünfjährigen Durchschnitt von 13. Das heisst, der Titel ist kein Schnäppchen auf dem aktuellen Preisniveau. Interessierte Anlegerinnen und Anleger sollten deshalb Kursrücksetzer abwarten, ehe ein Kauf in Betracht gezogen wird.
Vier Analysten stufen den Titel mit «Kaufen» und zwei mit «Halten» ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 6,30 Franken.

