Ermotti: «Aussichten leider die gleichen»

Laut Konzernchef Sergio Ermotti ist die UBS auch bei schwankungsanfälligen Märkten solide positioniert. Seine Prognose für die Weltwirtschaft ist indessen eher pessimistisch.
03.11.2015 10:40
Sergio Ermotti, CEO der UBS-Gruppe.
Bild: cash

Die UBS hat im dritten Quartal im Urteil von Konzernchef Sergio Ermotti in allen Geschäftsbereichen gut gearbeitet. "Es war ein sehr erfolgreiches Geschäftsquartal für alle Geschäftsbereiche", erklärt er im Video-Interview und hebt dabei insbesondere die Vermögensverwaltung in den USA, die Schweizer Bank sowie das Investment Banking hervor. Die Bank habe die Herausforderungen des volatilen Marktumfeldes gut gemeistert.

Die UBS hatte zu Beginn des zweiten Quartals angekündigt, dass sie mit Kunden, welche eine hohe Liquidität bei der Bank halten, Gespräche führen wolle. Dabei ging es um Vermögen in Umfang von rund 30 Milliarden Franken. Insgesamt seien davon netto 10 Milliarden abgeflossen.

Wichtig seien aber weniger die Abflüsse, sondern, dass für die verbliebenen 20 Milliarden an Vermögen eine gute Lösung gefunden werden konnte, meinte Ermotti. Damit wirke sich das Programm netto positiv auf das Ergebnis der UBS aus und reduziere die Kapitalkosten.

Dividendenpolitik bekräftigt

Keine Verbesserungen sieht Ermotti im aktuellen Marktumfeld: Die Aussichten für die nächsten Quartale haben sich gegenüber den letzten Quartalen "leider" nicht geändert. Es bleibe sehr schwierig mit grossen makroökonomischen und geopolitischen Herausforderungen. "Wir sind aber sehr gut darauf vorbereitet", gab sich Ermotti überzeugt.

Die vom Bundesrat für systemrelevante Banken erhöhte Eigenmittelanforderungen bedeuten für den UBS-Chef vor allem höhere Kosten. "Das sind Mehrkosten für unsere Aktionäre, für unsere Kunden und auch für die Volkswirtschaft beziehungsweise die Steuerzahler." Tiefere Gewinne bedeuten immer auch weniger Steuern, so der Konzernchef.

Er bekräftigte im Interview zudem die geltende Dividendenpolitik, wonach mindestens 50 Prozent des anrechenbaren Nettogewinnes ausgeschüttet werden sollen.

Organisches Wachstum im Vordergrund

Akquisitionen im Schweizer Markt stellen für die UBS keine Priorität dar. Die Bank wachse vor allem organisch. Aber natürlich schaue auch die UBS auf sich allfällig bietende Möglichkeiten und beobachte, was die Konkurrenz tue.

Das Ergebnis der UBS profitiert im laufenden Jahr wie auch schon 2014 massgeblich von Steuergutschriften. Dies werde sich 2016 nicht mehr im gleichen Umfang wiederholen, so Ermotti. Den Roll-Over-Effekt für die nächsten Jahr bezifferte der Konzernchef auf noch ungefähr 500 Mio.

Im Video-Interview äussert sich der UBS-Chef auch zu den personellen Änderungen im Top Management, das die Grossbank zusammen mit den Quartalszahlen vorgestellt hat.

(AWP/cash)