Ermotti: «Probleme sind noch nicht gelöst»

Angesichts breiter Kritik verteidigt UBS-CEO Sergio Ermotti das Resultat des ersten Quartals, betont aber auch das schwierige Marktumfeld. Eine Zusatzdividende ist in diesem Jahr nicht zu erwarten.
03.05.2016 11:07
UBS-Chef Sergio Ermotti.
Bild: cash

Die UBS hat im ersten Quartal 2016 deutlich weniger verdient als im gleichen Vorjahreszeitraum. Grund war gemäss der Grossbank das schwierige Marktumfeld aufgrund höherer wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten.

CEO Sergio Ermotti gibt sich angesichts des Umfeldes trotzdem zufrieden mit dem Ergebnis, spricht von einem robusten Resultat. Sagt aber: "Ich glaube, die Situation hat sich seit Anfang des Jahres nicht dramatisch geändert. Die Problematik der letzten Quartale ist noch nicht gelöst," wie er im Video-Interview betont. Daher müsse man nun diszipliniert weiterarbeiten, da bereits eine kleine Verbesserung des Sentiments und des Marktumfeldes die UBS begünstigen werde.

Deutlich weniger entspannt als Ermotti nahmen die Anleger die Quartalszahlen auf. Dass es sich bei der UBS um den schlechtesten Jahresauftakt seit 2009 handelt, wirkt sich auch im Kurs aus. Die UBS-Aktie sackt aktuell mit minus 6,4 Prozent richtiggehend ab. Seit Jahresbeginn sind es minus 21 Prozent.

2016 keine Zusatzdividende

Die UBS wird - nach Zustimmung der Generalversammlung am 10. Mai - für 2015 eine ordentliche Dividende von 60 Rappen pro Aktie sowie eine Zusatzdividende von 25 Rappen an die Aktionäre ausschütten. Grund für die Zusatzdividende letztes Jahr sind die hohen Steuergutschriften. Die Dividendenrendite beträgt deshalb sehenswerte 5,1 Prozent.

Dividendengeschenke sind bis auf weiteres keine mehr zu erwarten. "Eine Zusatzdividende ist eine besondere Sache und nicht Teil unserer jährlichen Politik", so Ermotti. Bereits im Februar machte die UBS klar, dass für das laufende Jahr Anfang 2017 keine Spezialdividende geplant sei. Ermotti betont aber, dass die UBS weiterhin in der Basisdividende wachsen wolle.

Es bleibt aber aus Sicht von Bankenbeobachtern fraglich, wie es mit der Basisdividende effektiv weitergeht. Ein Analyst der Zürcher Kantonalbank hält etwa die zukünftigen Dividendenerwartungen um durchschnittlich 10 Prozent zu hoch.

Wie gut die Bank beim Kostenreduktionsziel von 2,1 Milliarden Franken bis Ende 2017 unterwegs ist und ob es einen weiteren Stellenabbau in der Schweiz gibt, sagt Ermotti im Video-Interview.

(AWP/cash)