Die Aktie der UBS ist am Mittwoch nach einem Minus von 1,7 Prozent unter die Marke von 40 Franken gefallen. Auch am Donnerstag setzt sich der Rückgang fort. Der Titel verliert weitere 2 Prozent auf 38,84 Franken. Das ist der tiefste Stand seit Mitte Juni 2026. In den letzten zwei Wochen hat die Aktie über 10 Prozent verloren.
Der Ständerat hat am Mittwoch für systemrelevante Grossbanken strengere Eigenmittel-Regeln beschlossen, gegen den Willen der derzeit allein davon betroffenen UBS. Sie muss Auslandstöchter künftig mit 90 Prozent hartem Kernkapital (CET1) unterlegen. Vor dem Entscheid hatte sich eine starke Minderheit der vorberatenden Kommission durchgesetzt mit der Forderung, dass Auslandstöchter von systemrelevanten Grossbanken zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital unterlegt sein müssen.
Die UBS hat den Ständeratsentscheid stark kritisiert. Dieser würde zu einer «übermässigen» Verschärfung der Schweizer Eigenkapitalanforderungen führen.
Für den Berner Rechtsprofessor Peter V. Kunz kam der Entscheid des Ständerates überraschend, wie er im Interview mit der Nachrichtenagentur AWP am Mittwoch sagte. Das letzte Wort ist seiner Meinung nach aber noch nicht gesprochen. Der Nationalrat könnte der UBS stärker entgegenkommen als der Ständerat.
Hart ins Gericht geht der Wirtschaftsprofessor mit Sergio Ermotti. Professor Kunz gibt dem UBS-Chef die Schuld am Entscheid des Ständerats. Die Interviews und Stellungnahmen von Ermotti in den letzten Tagen seien ein Schuss in den Ofen gewesen. «Die Aussagen sind so negativ rübergekommen, nicht nur beim Publikum und bei den Medien, sondern auch bei den Politikern.»
Hätte Herr Ermotti geschwiegen, hätten wir heute vermutlich ein 50/50-Ergebnis, so Peter V. Kunz weiter. «Das Ego von Herrn Ermotti ist Amok gelaufen.» Das Lobbying der UBS sei seit drei Jahren extrem aggressiv gewesen - «selbst bei uns Professoren, was höchst aussergewöhnlich war».

