Laut Subdial, einer Plattform für den An- und Verkauf von Uhren, die den Markt beobachtet, stieg der durchschnittliche Auktionspreis für Zeitmesser des in Privatbesitz befindlichen Unternehmens Montres Journe in diesem Zeitraum von 161'100 auf 791'400 US-Dollar. Dazu zählt auch eine «Chronomètre à Résonance – Souscription, No. 007», die im Juni bei einer Auktion des Auktionshauses Phillips in New York für 13,92 Millionen US-Dollar versteigert wurde – ein Rekord für eine Uhr von F.P. Journe, der nach einer neunminütigen Bieterphase zustande kam.

«Es herrscht ein regelrechter Hype um Journe», sagt Alexander Nussbacher, Leiter der Datenabteilung bei dem in London ansässigen Unternehmen Subdial. Er fügt hinzu, dass das Interesse an unabhängigen Uhrenmarken in den letzten Jahren deutlich zugenommen habe. «F.P. Journe ist das Paradebeispiel für diese Kategorie.» Die starken Auktionsergebnisse der jüngsten Zeit spiegeln einen umfassenderen Wandel auf dem Zweitmarkt für Uhren wider: Die Preise erholen sich dort nach einer schmerzhaften Korrektur, die auf den Boom während der Pandemie folgte.

Der «Bloomberg Subdial Watch Index», der die 50 meistgehandelten Uhren (gemessen am Transaktionswert) erfasst, verzeichnet in diesem Jahr die besten Zuwächse seit 2022. Laut Daten von «EveryWatch» stiegen die Verkäufe von Uhren sogenannter unabhängiger Marken auf dem Zweitmarkt in der ersten Jahreshälfte um 89 Prozent. Angeführt wird dieser Trend von F.P. Journe, doch auch andere Marken – darunter Rexhep Rexhepi und Richard Mille – verzeichnen eine positive Entwicklung.

Die Marke F.P. Journe, gegründet von dem französischen Uhrmacher François-Paul Journe, stellte 1999 ihre erste Kollektion vor. Laut Nussbacher ist es dem Unternehmen gelungen, ein Gleichgewicht zu finden: Die Uhren sind zwar selten, aber nicht völlig unauffindbar. «Es gibt genug davon auf dem Markt. Jeder Sammler, der eine F.P. Journe finden und kaufen möchte, kann das auch tun»,
sagte er.

Das Unternehmen legt seine Geschäftszahlen nicht öffentlich offen. Laut einem Bericht über den Zweitmarkt für Uhren, der von Morgan Stanley und dem Branchenberatungsunternehmen LuxeConsult erstellt wurde, liegt der Jahresumsatz bei etwa 105 Millionen Schweizer Franken. Dem Bericht zufolge hebt sich F.P. Journe unter den unabhängigen Uhrenmarken hervor – als eines der wenigen Beispiele, dem es gelungen ist, handwerkliche Qualität, Markenwert und eine gewisse Unternehmensgrösse erfolgreich miteinander zu verbinden.

Montres Journe hat – gemeinsam mit dem Anteilseigner Chanel – kürzlich 95 Prozent der Schweizer Uhrenmarke Ebel von der Movado Group für 65 Millionen US-Dollar erworben. Geleitet wird Ebel künftig von Pierre Jacques, dem ehemaligen CEO des unabhängigen Uhrenherstellers De Bethune.

Besonders begehrt sind die frühen Uhren von F.P. Journe, die mit Uhrwerken aus Messing ausgestattet sind. Im Dezember versteigert das Auktionshaus Phillips eine «Tourbillon Souverain» der zweiten Generation – von der insgesamt nur 16 Exemplare gefertigt wurden – sowie eine «Résonance» in Roségold aus der sogenannten «Pre-Subscription»-Phase; es ist das einzige bekannte Exemplar dieser Art. Für beide Stücke liegt der Schätzwert zwischen 600'000 und 1,2 Millionen US-Dollar.

Sammler suchen nun nach dem nächsten Namen, der einen ähnlichen Weg einschlagen könnte. Laut Nussbacher erlebt derzeit auch die Marke Berneron – 2022 von Sylvain Berneron gegründet, der zuvor bei Breitling und Richemont tätig war – einen regelrechten Aufschwung. «Sie hat das Potenzial, eine vergleichbare Grössenordnung zu erreichen.»

(Bloomberg/cash)