Dabei soll besprochen werden, welche Massnahmen nötig sind, um etwa das wachsende Handelsdefizit des Blocks mit China und die starke Abhängigkeit von der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt bei Seltenen Erden und anderen wichtigen Rohstoffen einzudämmen. EU-Diplomaten berichten von einer zunehmenden Übereinstimmung der 27 Regierungen. Der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten betonte aber vor dem Gipfel, dass er noch keine Einigung erwarte.
Im Kreis der 27 EU-Staaten gibt es Befürworter eines härteren Kurses. Der luxemburgische Premierminister Luc Frieden erklärte dagegen, er befürworte den Dialog mit China, die Handelsbeziehungen müssten aber fair sein. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte vor dem Gipfel, man müsse auch über Währungsfragen sprechen. Zuvor hatte er auf dem Treffen der sieben wichtigsten westlichen Industriestaaten (G7) in Evian kritisiert, dass die chinesische Währung systematisch unterbewertet werde. Die Bundesregierung hatte in den Debatten auf EU-Ebene aber darauf gepocht, dass China bei dem Instrumentenkasten nicht namentlich erwähnt wird. Damit soll ein Handelskrieg mit Peking vermieden werden.
Chinas Handelsüberschuss mit der EU erreichte 2025 einen Wert von 360,6 Milliarden Euro, ein Anstieg um 15 Prozent gegenüber 2024. In den ersten vier Monaten dieses Jahres hat sich das Handelsdefizit um weitere zehn Prozent erhöht, da chinesische Unternehmen mehr in die EU verkauft und weniger importiert haben. Anders als früher wird die Kluft auch im deutschen Aussenhandel drastisch grösser. Vor allem Pekings Vormachtstellung bei der Verarbeitung kritischer Mineralien gilt als Problem, seit das Land im April 2025 Exportbeschränkungen für Seltene Erden verhängt hat, die für die Produktion von Hightech-Produkten wichtig sind.
Die G7-Staaten hatten zuvor vereinbart, dass sie die Abhängigkeit bei der Lieferung von kritischen Rohstoffen von einem Land ausserhalb der EU bis 2030 möglichst auf unter 60 Prozent reduzieren wollen.
(Reuters)

