Einem der «Augsburger Allgemeinen» (Mittwochausgabe) vorliegenden ⁠Kompromisspapier zufolge sollen sich die Spitzen von Christdemokraten, Sozialdemokraten und Liberalen ‌darauf verständigt haben, den Treibhausgasausstoss der Neuwagenflotte ‌um lediglich 87,5 Prozent zu ​senken, wenn klimaschonend produzierter Stahl verbaut wird. EVP-Fraktionschef Manfred Weber bestätigte der Zeitung eine Einigung. «Das Aus für den Verbrennungsmotor ist damit vom Tisch», fügte er hinzu.

CSU-Chef Markus Söder ‌begrüsste die sich abzeichnende Mehrheit als wichtigen Fortschritt. «Wir bewegen uns in die richtige Richtung», sagte der bayerische Ministerpräsident der Zeitung. ​Es gebe nun eine «Öffnung für den Hightech-Verbrenner und ​das bedeutet eine Chance ​für unsere Autoindustrie». Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, forderte ‌hingegen weitergehende Anpassungen. Der Vorstoss bleibe «in relevanten Punkten aber noch hinter den notwendigen Anpassungen zurück», sagte sie. Sie bezog ​sich ​dabei auf einen früheren Vorschlag ⁠von CDU-Chef Friedrich Merz und ​Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, die ⁠Emissionen um 90 Prozent zu reduzieren.

Kritik kam vom ‌Grünen-Europaabgeordneten Michael Bloss. «Dieser erste Deal fällt noch hinter das zurück, was Deutschland und Frankreich vereinbart ‌haben», sagte er der Zeitung. «Damit wird er zum ​Klotz am Bein für den boomenden Hochlauf der E-Autos.»

(Reuters)