Die Eurogruppe teilte am Dienstag weiter mit, dass die Finanzminister der Euro-Staaten die Nominierungen bei einem Treffen am 9. November prüfen würde. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte vergangene Woche angekündigt, im Februar und damit acht Monate vor dem regulären Ende ihrer Amtszeit zurückzutreten. Ihr Nachfolger wird von den EU-Ländern auf Grundlage einer Empfehlung der Euro-Staaten ernannt.
Die Französin Lagarde ist seit November 2019 Chefin der Zentralbank und sollte dies eigentlich bis Oktober 2027 noch bleiben. Gute Chancen für die Lagarde-Nachfolge werden dem Spanier Pablo Hernandez de Cos und dem Niederländer Klaas Knot eingeräumt. Auch Bundesbankchef Joachim Nagel könnte für diesen Posten infrage kommen. Seit Längerem hatte es Spekulationen über einen vorzeitigen Rücktritt von Lagarde und einen Wechsel zum Weltwirtschaftsforum (WEF) in die Schweiz gegeben.
Lagarde will ihre Meinung künftig frei äussern können
Die 70-jährige Lagarde liess jüngst durchblicken, dass ihr Rückzug auch im Zusammenhang mit der anstehenden Präsidentschaftswahl in ihrem Heimatland steht. Sie wolle nicht länger neutral bleiben und wünsche mehr Freiheit bei der Äusserung ihrer Ansichten. Frankreich bereitet sich auf eine Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr vor, bei der die rechtspopulistische Kandidatin Marine Le Pen als Favoritin gilt.
Lagardes Rückzug bietet den europäischen Staats- und Regierungschefs nun die Möglichkeit, noch vor der Wahl in Frankreich im Frühjahr die Nachfolge an der EZB-Spitze zu bestimmen. Zudem ebnet dies den Weg für eine Paketlösung, die auch nächstes Jahr frei werdende Führungsposten umfasst - so die Nachfolge der deutschen EZB-Direktorin Isabel Schnabel und von EZB-Chefvolkswirt Philip Lane aus Irland.
(Reuters)

