«Wichtig ist, dass Regierungen über den unmittelbaren Horizont hinausblicken», sagte Philip Lane, Chefökonom der Europäischen Zentralbank (EZB), in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Die Regierungen müssen ihre Haushalte für 2027 festlegen.
Doch angesichts der Herausforderungen der kommenden fünf oder zehn Jahre sei es entscheidend, die langfristigen Zinsen zu berücksichtigen. Ebenso wichtig sei der Blick auf das Wirtschaftswachstum: «Die Regierungen müssen hierbei realistisch bleiben und die Zinssätze einplanen, mit denen sie in den nächsten Jahren konfrontiert sein werden», sagte Lane.
Im Fokus steht derzeit der Haushaltsentwurf der französischen Regierung für 2027, der Ausgabenkürzungen und Sparmassnahmen enthält und von Protesten begleitet wird. Anleger zeigen sich jedoch skeptisch, ob die Regierung in Paris ihr Defizit vor den Wahlen 2027 in den Griff bekommt. Dies sorgte dafür, dass die Rendite der zehnjährigen französischen Staatsanleihen jüngst in der Nähe ihres höchsten Standes seit 2008 blieb.
(Reuters)

