Die Gemeinschaftswährung Euro, die am Montag auf ein 17-Monats-Tief von 1,1160 Dollar gefallen ‌war, ⁠notierte am Freitag bis zu 0,3 Prozent fester bei 1,1243 Dollar. Sorgen um die ⁠hohen Schulden einiger Euro-Länder - allen voran Frankreich - haben dem Euro zuletzt zu schaffen gemacht. Der Dollar-Index legte ‌in den vergangenen fünf Wochen dagegen um fast drei ‌Prozent zu.

Matthew Ryan von Ebury ist ​für die weitere Kursentwicklung der Gemeinschaftswährung moderat optimistisch. Angesichts der Probleme in Frankreich sei der Kursrutsch beim Euro zwar nicht völlig unbegründet, meinte der Experte. Seiner Ansicht nach ist das Ansteckungsrisiko jedoch begrenzt. Die Peripherieländer seien besser aufgestellt als in früheren Krisen, erläutert ‌Ryan. Auch Peter Reichel, Chief Investment Officer bei ODDO BHF, konstatiert: «Die Lage ist ernst, aber wir befinden uns nicht in einer Neuauflage der Eurokrise.»

In den vergangenen Wochen hatten die ​Bedenken wegen der Staatsfinanzen Frankreichs die Bond-Zinsen des Landes deutlich in ​die Höhe getrieben. Die zunehmende Renditedifferenz zwischen deutschen Staatspapieren ​und denen höher verschuldeter Länder der Eurozone wie Frankreich und Italien machte die Investoren nervös. Zum Wochenschluss beruhigte ‌sich die Lage etwas. Die Verzinsung der zehnjährigen französischen Papiere lag zeitweise bei 4,7858 Prozent nach 4,8965 Prozent am Donnerstag. Auch die Rendite der italienischen Pendants fiel auf 4,5145 ​Prozent ​zurück (Donnerstag: 4,6140 Prozent).

Börsianern zufolge warteten die ⁠Anleger nun darauf, wie sich die Lage in Frankreich ​weiter entwickelt. Die französische Regierung ⁠hat Anfang des Monats ihren Haushaltsentwurf für 2027 vorgelegt. Premierminister Sebastien Lecornu strebt ‌an, das Haushaltsdefizit von derzeit 5,4 Prozent der Wirtschaftsleistung auf fünf Prozent im Jahr 2027 zu drücken. Laut Finanzminister Roland Lescure erfordert die Lage ‌noch keine Überlegungen zum Einsatz des im Fachjargon als TPI ​bekannten Notfallinstruments der Europäischen Zentralbank (EZB). Mit diesem Programm könnte die EZB unbegrenzt Staatsanleihen eines in Bedrängnis geratenen Euro-Landes kaufen.

(Reuters)