Der europäische Gas-Future zog ⁠am Dienstag in der Spitze gut zwei Prozent auf 71,50 Euro je ‌Megawattstunde an. Seit Anfang August haben die Preise ‌damit mehr als 20 Prozent zugelegt. ​US-Präsident Donald Trump hatte nach dem ersten direkten Schlagabtausch mit dem Iran seit einem Monat am Montag weitere Angriffe angedroht. Hintergrund der Nervosität am Markt sind zudem die niedrigeren Füllstände der europäischen Gasspeicher.

Diese ‌sind nach Daten von Gas Infrastructure Europe derzeit zu rund 65 Prozent gefüllt. Das sei der niedrigste Stand für diese Jahreszeit seit ​Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011 und gut ​zwölf Prozentpunkte unter dem Niveau des ​Vorjahres. Um am 1. November einen Füllstand von 80 Prozent der Gasspeicher zu erreichen, ‌wären zwischen August und Oktober 25 Milliarden Kubikmeter Gaseinspeisung erforderlich und damit neun Milliarden Kubikmeter mehr als im Vorjahr.

Die EU geht jedoch ​davon ​aus, dass ihr aufgrund ⁠der aktuellen Lage kaum 14 Milliarden Kubikmeter ​zur Verfügung stehen werden. Analysten ⁠zufolge ist dies auf Lieferengpässe infolge des Krieges im Iran ‌zurückzuführen. Ein kalter Winter könnte die Preise auf 90 bis 120 Euro je Megawattstunde treiben, da Europa dann aggressiver ‌mit Asien um das begrenzte Angebot konkurrieren würde, ​konstatierten Analysten von Morningstar.

(Reuters)