Das Essener Unternehmen befasse sich seit Längerem mit dem Konzern, berichtete das «Handelsblatt» am Donnerstag unter Berufung auf Insider. Ashland wird an der Börse mit rund 3,3 Milliarden Dollar bewertet. Evonik habe die Investmentbanken Perella Weinberg Partners und JP Morgan beauftragt, den Markt nach geeigneten Zielen zu sondieren. Evonik lehnte auf Reuters-Anfrage eine Stellungnahme ab.
Evonik wolle mit einem Zukauf in den USA die Abhängigkeit vom europäischen Markt verringern, hiess es in dem Bericht weiter. Ashland passe gut in die Strategie, da sich die Portfolios unter anderem bei Kosmetik-Inhaltsstoffen und Spezialadditiven ergänzten. Evonik sei jedoch nicht der einzige Interessent. Auch Finanzinvestoren wie Advent, Apollo und Carlyle hätten Kontakt zu Ashland aufgenommen. Der US-Konzern sucht auf Druck des aktivistischen Investors Ancora einen Käufer.
Evonik selbst ist ins Visier des grösseren Konkurrenten BASF geraten. Der Chemieriese hatte Ende September bestätigt, eine Übernahme der Essener zu prüfen. In Konzernkreisen werde jedoch bestritten, dass der mögliche Ashland-Kauf eine Abwehrmassnahme gegen BASF sei, berichtete das «Handelsblatt». Die Prüfung habe deutlich vor dem Vorstoss der Ludwigshafener begonnen. «Giftpillen machen wir nicht», zitierte die Zeitung einen Insider.
(Reuters)

