EZB-Direktor Coeure sieht vorerst kein Ende der Geldflut

Das EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure sieht trotz eines Anstiegs der Inflation weiter keine Notwendigkeit für eine Ende der Geldflut in der Eurozone.
23.01.2017 10:06
EZB-Direktor Benoit Coeuré.
EZB-Direktor Benoit Coeuré.
Bild: iNg

Das Anziehen der Teuerung sei nur vorübergehend und rechtfertige nicht das Ende des Kaufprogramms von Anleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB), sagte Coeure am Montag in einem Interview mit dem Radiosender "Radio Classique". Der Notenbanker bekräftigte damit Aussagen des EZB-Präsidenten Mario Draghi nach der jüngsten Zinsentscheidung.

Die EZB werde in den kommenden Monaten die steigende Inflation im Auge halten und irgendwann werde die Diskussion über ein Ende der extrem lockeren Geldpolitik beginnen, sagte Coeure. Allerdings sei es für diese Diskussion derzeit "noch etwas früh".

An die Adresse der Regierung in Paris sagte der Notenbanker, dass es notwendig sei, den Reformkurs weiter fortzusetzen. Coeure zeigte sich besorgt, dass Kandidaten im heraufziehenden Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich eine höhere Verschuldung fordern.

Am vergangenen Donnerstag hatte die EZB beschlossen, das Kaufprogramm für Staatsanleihen und andere Wertpapiere bis mindestens Ende 2017 fortzusetzen. Von April an will die Notenbank allerdings monatlich nur noch 60 Milliarden Euro statt 80 Milliarden Euro in den Markt pumpen.

(AWP)