Ob es mit der Zinserhöhung von voriger Woche getan sei, müsse sich zeigen, sagte sie am Montag auf einer Veranstaltung des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin. «Die nächsten Entscheidungen werden auf der Basis hereinkommender Daten getroffen», sagte Schnabel. Sie betonte, jüngste Preisanstiege im Bereich Energie seien «ziemlich besorgniserregend». Dies gelte nicht nur für Öl, sondern auch für raffinierte Produkte wie Diesel und auch für Gas, das ein sehr hohes Preisniveau erreicht habe.
Auch das slowakische EZB-Ratsmitglied Peter Kazimir hatte jüngst Sorge über die Entwicklung der Erdgaspreise geäussert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Donnerstag den Leitzins auf 2,50 Prozent angehoben und viele ihrer Inflationsprognosen nach oben korrigiert. Dies nährte am Markt Spekulationen auf weitere Zinsschritte.
Die Erdgaspreise befinden sich auf einem Vierjahreshoch. Grund dafür ist, dass europäische Staaten im Sommer mit dem Befüllen ihrer Gasspeicher gezögert hatten, in der Hoffnung, der Iran-Konflikt würde beigelegt und die Preise würden sinken. Da die Füllstände nun weit unter dem historischen Durchschnitt liegen, wird eilig Gas eingelagert, was die Preise in die Höhe treibt. Der nächste Zinsentscheid der EZB steht Ende Oktober an. An den Finanzmärkten wird die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung zu diesem Zeitpunkt auf über 60 Prozent taxiert, während ein Zinsschritt bis zum Jahresende bereits weitgehend eingepreist ist.
(Reuters)

