Die EZB will laut ihrer Präsidentin Christine Lagarde mit Augenmass auf ‌die Inflation ⁠reagieren. Diese bewege sich auf einem «mittleren» Pfad, ⁠der von der Europäischen Zentralbank lediglich massvolle Zinserhöhungen erfordere, bekräftigte ‌sie am Montag bei einer Anhörung ‌vor einem Ausschuss ​des Europäischen Parlaments. Die EZB erwarte zwar eine höhere Inflation, sehe aber bislang keine Anzeichen dafür, dass sie sich verfestige: «Zum jetzigen Zeitpunkt sehen wir ‌keine Belege dafür, dass sich die Energiepreise auf die Löhne übertragen.»

Lagarde hatte bereits bei früherer ​Gelegenheit betont, dass sich die Zinsen nicht ​im Gleichschritt mit den ​Energiepreisen bewegten. Mit den jüngsten Äusserungen wurden Zinsfantasien an den ‌Finanzmärkten gedämpft. Dort gilt eine Erhöhung auf der EZB-Ratssitzung Ende Oktober als weniger wahrscheinlich. Eine Zinserhöhung ​im ​Dezember ist aber ⁠weiterhin weitgehend eingepreist. Die EZB hatte ​den Leitzins im ⁠Kampf gegen die vom Ölpreisschock infolge des ‌Iran-Krieges angeheizte Inflation im September zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben - auf ‌aktuell 2,50 Prozent.

(Reuters)