EZB sieht kein Deflationsrisiko für Europa

Die EZB sieht im Gegensatz zum IWF derzeit keine Gefahr für eine rückläufige Preisentwicklung in Europa mit all ihren negativen Folgen für die Wirtschaft.
29.07.2013 08:05
Der EZB-Sitz in Frankfurt.
Der EZB-Sitz in Frankfurt.
Bild: cash

"Wir sehen kein Deflationsrisiko", sagte das Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) Jörg Asmussen der "Süddeutschen Zeitung" vom Montag. "Die Inflationserwartungen sind auf längere Sicht fest bei einem Wert von nahe an, aber unter zwei Prozent verankert." Sein Direktoriumskollege Benoit Coeuré ergänzte: "Und das ist der große Unterschied zu Japan." Entscheidend sei, dass in Japan geringeres Wirtschaftswachstum - anders als in Europa - letztlich zu Deflation geführt hat.

Coeuré warnt vor dem Risiko einer "verlorenen Dekade" in Europa, wenn nicht die notwendigen Reformen angepackt werden. Asmussen plädierte für eine Vertiefung der europäischen Integration, wobei Deutschland und Frankreich eine führende Rolle dabei spielen müssten. "Es gibt konkrete Projekte, bei denen Deutschland und Frankreich gemeinsame Führung zeigen könnten", sagte er. Ein

Beispiel könnte ein gemeinsamer deutsch-französischer Sitz im Exekutivdirektorium des Internationalen Währungsfonds (IWF) sein. Eine so gestaltete Ländergruppe beim IWF müsste offen für den Beitritt auch anderer Europäer sein und könnte Ausgangspunkt "für einen echten europäischen Sitz im IWF sein", argumentierte Asmussen. Derzeit verfügen beide Länder über eigene Sitze im IWF-Exekutivdirektorium.

(Reuters)