Die Europäische Zentralbank will mit einem Zinsschritt nach oben der von hohen Energiekosten angeheizten Inflation entgegenwirken, wie die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren mit der Angelegenheit vertrauten Personen erfuhr. Eine Anhebung am 17. Dezember um einen Viertelpunkt sei so gut wie sicher, falls es nicht zu einem plötzlichen Einbruch der Energiepreise komme, hiess es weiter.
Anschliessend solle eine Zinspause folgen, da der Anstieg der Anleiherenditen das Wirtschaftswachstum und die Inflation voraussichtlich dämpfen werde. Ein Sprecher der EZB wollte sich dazu nicht äussern. Am Donnerstag beliess die EZB den Leitzins unverändert bei 2,50 Prozent. Im Juni und im September hatten die Währungshüter die geldpolitischen Zügel angezogen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde deutete eine weitere Zinserhöhung für Dezember an und warnte, dass hohe und weiter steigende Energiekosten die Inflationsrisiken verschärften.
Lagarde hatte vor dem Zinsentscheid für einen Paukenschlag gesorgt und ihren vorzeitigen Rückzug bekannt gemacht. Die Französin sorgte damit für Klarheit, nachdem sich zuvor über Monate Spekulationen um ihre Zukunftspläne gerankt hatten. Die 70-Jährige wird ihr Amt am 7. Februar niederlegen und damit ihr bis Oktober 2027 laufendes Mandat frühzeitig beenden.
(Reuters)

