Um die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges einzudämmen, seien die Währungshüter der Eurozone bereit, den Leitzins von 2,25 auf 2,50 Prozent anzuheben, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Weitere Straffungen im Anschluss dürften sie jedoch kaum in Aussicht stellen. Die EZB lehnte eine Stellungnahme ab.
Angesichts einer Inflationsrate von fast drei Prozent und steigender Energiepreise halten die Notenbanker den Zeitpunkt für einen weiteren Zinsschritt für gekommen. Sie verwiesen zudem auf die robuste Wirtschaft in der Euro-Zone, die zeige, dass die Bemühungen zur Eindämmung der Teuerung die Konjunktur nicht übermässig belasteten. Da die langfristigen Inflationserwartungen fest beim EZB-Ziel von zwei Prozent verankert seien, sähen die Ratsmitglieder keinen Bedarf, im September weitere Zinserhöhungen in Aussicht zu stellen. Die Finanzmärkte rechnen dagegen mit ein oder zwei weiteren Anhebungen.
Die EZB hatte die Zinsen im Juni erstmals seit fast drei Jahren erhöht, um zu verhindern, dass der kriegsbedingte Anstieg der Energiepreise auf breite Teile der Wirtschaft übergreift. Ein weiterer Zinsschritt, der bereits in den Annahmen der EZB-Wirtschaftsprognosen vom Juni enthalten war, soll die Entschlossenheit der Zentralbank signalisieren, eine Wiederholung der massiven Teuerungswelle zu vermeiden, die 2022 auf den russischen Einmarsch in die Ukraine folgte. Ein klareres Bild erhoffen sich die Währungshüter von den Inflationsdaten für August in der kommenden Woche sowie den aktualisierten Wirtschaftsprognosen, die auf der Sitzung am 9. und 10. September vorgestellt werden.
(Reuters)

