Facebook-Kryptowährung - Bafin-Chef will globale Regeln für Libra

Politik und Regulierer müssen nach Ansicht von Felix Hufeld, Chef der deutschen Finanzaufsicht Bafin, eine Antwort auf die Pläne von Facebook für eine selbst entwickelte Kryptowährung finden.
26.06.2019 14:15
Der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) in Deutschland, Felix Hufeld, sieht in der von Facebook geplanten Cyberwährung Libra nicht nur Risiken, sondern auch Chancen.
Der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) in Deutschland, Felix Hufeld, sieht in der von Facebook geplanten Cyberwährung Libra nicht nur Risiken, sondern auch Chancen.
Bild: © frank-beer.com / BaFin

"Wir können ganz sicher nicht einfach zugucken. Wir werden in irgendeiner Form angemessen reagieren müssen", sagte Hufeld am Dienstagabend im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW). Sofern die geplante Cyberwährung mit dem Namen Libra Verbreitung fände, würden sich erhebliche Kontrollfragen in praktisch allen Bereichen stellen. "Ich kann nur hoffen, dass es uns gelingt, mindestens europäisch, wenn nicht global ein paar Grundstandards zu entwickeln."

Er sei aber nicht so skeptisch wie einige Währungshüter, die durch die Pläne aufgeschreckt wurden. "Positiv ist eindeutig, dass Libra nicht zu verwechseln ist mit Bitcoin", sagte Hufeld. Denn im Gegensatz zu der stark schwankenden Cyberdevise soll Libra möglichst stabil sein, indem der Wert an einen Korb von Währungen gekoppelt ist. Gerade für Entwicklungsländer, in denen das Bankensystem nicht weitentwickelt ist, sei Libra auch eine Chance. "Es gibt Länder, da ist das ein signifikanter Zugewinn an wirtschaftlicher Freiheit, an wirtschaftlichen Möglichkeiten."

(Reuters)