Falsche Bilanzen - Luckin-Debakel hat für die Credit Suisse ein teures Nachspiel

Die finanziellen Folgen des Bilanzskandals um den chinesischen Starbucks-Herausforderer Luckin Coffee für die Banken kristallisieren sich allmählich heraus.
16.06.2020 14:07
Am Hauptsitz der Credit Suisse am Zürcher Paradeplatz.
Am Hauptsitz der Credit Suisse am Zürcher Paradeplatz.
Bild: cash

 Informierten Kreisen drohen Credit Suisse Group AG, Morgan Stanley und anderen Instituten Belastungen von 300 Millionen Dollar, nachdem sie bei der Darlehensvergabe Aktien der inzwischen kollabierten Kaffeehauskette als Sicherheit akzeptiert hatten.

Wie zu hören ist, haben die Banken in den vergangenen zwei Monaten Luckin-Aktien im Wert von rund 210 Millionen Dollar zu Geld gemacht. Zu den betroffenen Kreditgebern gehörten auch Haitong International Securities Group und Goldman Sachs Group Inc.

Der Börsenwert von Luckin rutschte Anfang April ins Bodenlose, als das Unternehmen bekanntgab, der Vorstand für das Tagesgeschäft und einige seiner Mitarbeiter hätten Umsätze von etwa 310 Millionen Dollar möglicherweise nur vorgetäuscht. Bis dahin war Luckin eine der besten Wachstumsstories in der chinesischen Wirtschaft gewesen.

Luckin-Chairman Lu Zhengyao war Anfang April mit 518 Millionen Dollar Margin-Schulden in Verzug, sagte Goldman damals in einer Mitteilung, nachdem Enthüllungen über Bilanzbetrug die Aktien der chinesischen Kaffeekette in den Keller geschickt hatten. Die geschädigten Banken wollen auf Lu Zhengyaos Familienvermögen zugreifen, um die Verluste wieder hereinzuholen.

Luckin Coffee war für eine umgehende Stellungnahme nicht zu erreichen. Sprecher der Banken lehnten Kommentare ab.

(Bloomberg)

 
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Morgan Stanley Rg81.96-0.43%
Goldman Sachs Gr Rg313.95-0.84%