«Hier ist mein Massstab: Wir müssen davon überzeugt sein, ⁠dass sich die zugrunde liegende Inflation auf unser Ziel zubewegt – und zwar eindeutig und ‌mit ausreichender Geschwindigkeit», sagte Warsh am Freitag auf ‌dem Wirtschafts-Symposium der Federal Reserve im ​Bundesstaat Wyoming und fügte an: «Andernfalls steht uns noch Arbeit bevor.»

Mehrere Vertreter der US-Notenbank dringen angesichts der anhaltend hohen Inflation auf eine Zinserhöhung. An den Terminmärkten führte die Rede Warshs dazu, dass die Chance auf eine ‌zuvor als eher unwahrscheinlich eingeschätzte Anhebung im September nunmehr auf rund 47 Prozent taxiert wird.

«Der Fed-Chef ist bereit, an der Zinsschraube zu drehen, falls die Inflationslage ​sich nicht zügig aufhellt», sagte LBBW-Analyst Elmar Völker. Er ​erhöhe damit die Spannung vor der nächsten ​Zinssitzung Mitte September.

Die Federal Reserve achtet besonders auf ein Inflationsmass, das auf die ‌Konsumgewohnheiten der Verbraucher zugeschnitten ist - im Fachjargon PCE-Index genannt. Die daraus berechnete Teuerungsrate lag im Juli wie bereits im Juni bei 3,7 Prozent und damit ​fast ​doppelt so hoch, wie die von der ⁠Notenbank angepeilte Zielmarke.

Warsh sagte, die jüngsten ​Daten vermittelten ihm nicht ⁠den Eindruck, dass sich die zugrundeliegenden Trends nennenswert verbessert hätten. So verzeichneten ‌etwa die Hälfte der Positionen im PCE-Warenkorb einen jährlichen Preisanstieg von mehr als drei Prozent – ein Wert, der zwar unter ‌dem Niveau während des Inflationsschubs infolge der Corona-Pandemie liege, aber ​über der Norm der Zeit vor der Virus-Krise.

(Reuters)