Die US-Notenbank wird die Zinsen im Kampf gegen die hohe Inflation nach Einschätzung von zwei hochrangigen Fed-Mitgliedern wohl weiter anheben müssen. Die Rückführung ‌der ⁠Teuerungsrate auf das Ziel von zwei Prozent habe oberste Priorität, sagte die Chefin des ⁠Fed-Bezirks Philadelphia, Anna Paulson, am Donnerstag. Sie werde einen geldpolitischen Kurs unterstützen, der dieses Ziel erreiche, und dabei ‌die Risiken für den Arbeitsmarkt sorgfältig abwägen.

Paulson, die im ‌Offenmarktausschuss (FOMC) stimmberechtigt ist, bezeichnete die Inflation als ​hartnäckig hoch. Sollte sich die Lage wie erwartet entwickeln, sei eine moderate weitere Straffung gerechtfertigt, erklärte sie. Der New Yorker Fed-Präsident John Williams stellte in London eine restriktivere Geldpolitik in Aussicht. Eine weitere Zinserhöhung bis Jahresende sei wahrscheinlich angemessen.

Die Äusserungen folgen gut eine ‌Woche nach der jüngsten Zinsanhebung der Fed. Die Notenbank hatte den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt auf die Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent nach oben geschraubt. Fed-Chef Kevin Warsh hatte ​im Anschluss betont, das Hauptaugenmerk liege auf der Preisstabilität. Die Inflation sei ​zu hoch und dies schon zu lange.

​Die Chefin der Cleveland-Fed, Beth Hammack, verwies am Donnerstag auf die robuste Wirtschaft. Die Wirtschaftsleistung wachse solide und der ‌Arbeitsmarkt befinde sich nahe der Vollbeschäftigung, sagte sie. Dies gebe der Notenbank den Spielraum, sich auf das Inflationsproblem zu konzentrieren. Die Aussichten seien jedoch höchst ungewiss, wobei die Risiken ​nach oben ​wiesen. Je länger die hohe Inflation anhalte, ⁠desto schwieriger und kostspieliger könne es werden, sie wieder ​zu senken.

Die Inflation, gemessen ⁠am Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE), lag im Juli bei 3,7 Prozent im Jahresvergleich. ‌Angetrieben wird die Teuerung zu einem grossen Teil durch die Nachwehen der von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle sowie durch steigende Treibstoffkosten infolge des von ‌den USA und Israel begonnenen Kriegs gegen den Iran. Wenn ​Schocks in einer Phase aufeinanderfolgten, in der die Inflation seit Jahren hoch sei, steige die Gefahr, dass sich eine inflationäre Denkweise festsetze, warnte Hammack.

(Reuters)