Finanzindustrie - Deutsche Bank will Schliessung von Filialen beschleunigen

Die Deutsche Bank will die Ausdünnung ihres Filialnetzes in Deutschland beschleunigen. Damit sollen die Anstrengungen des Vorstandsvorsitzenden Christian Sewing verstärkt werden, die Kosten zu senken.
14.06.2020 06:00
Christian Sewing, Vorsitzender des Vorrstandes Deutsche Bank AG an der Jahrespressekonferenz.
Christian Sewing, Vorsitzender des Vorrstandes Deutsche Bank AG an der Jahrespressekonferenz.
Bild: imago images / Hannelore Förster

Wie zu hören ist, soll der Umfang der Einschnitte von den Ergebnissen eines Pilotprojekts abhängen, bei dem Kunden der beiden inländischen Retail-Marken Deutsche Bank und Postbank in derselben Filiale bedient werden, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Ein Teil des Managements betrachte die Erfolgsaussichten des Tests mit Skepsis, hiess es.

Das deutsche Privatkundengeschäft der Bank steht im Hinblick auf Kostensenkungen unter Zugzwang. Der Leiter des Bereichs, Manfred Knof, hat bis Ende 2022 Einsparungen von 1 Milliarde Euro zugesagt und damit einen wesentlichen Teil des Gesamtvolumens von 2,5 Milliarden Euro, das sich Sewing zum Ziel gesetzt hat.

Eine Banksprecherin erklärte per E-Mail, das Filialnetz werde weiterhin angepasst, so wie es die Bank schon immer getan habe. Darüber hinaus gehende Filialschliessungen werde es nicht geben.

Mit der Schliessung oder Verschlankung von Filialen liessen sich laut Knof rund 200 Millionen Euro einsparen. Die Deutsche Bank hat in den vergangenen vier Jahren bereits rund 400 Zweigstellen in Deutschland geschlossen. Von den noch verbliebenen rund 1300 Filialen entfallen etwa 500 auf die Deutsche Bank und der Rest auf die Postbank.

(Bloomberg)